Was bei Trumps Rede an die Nation auffiel
Vor gut einem Monat begannen die USA und Israel den Iran-Krieg. Nun spricht Trump mit Zuversicht und Selbstlob – auffällig ist auch, was er nicht sagt.

Gut einen Monat nach Kriegsbeginn wendet sich Präsident Trump an die Bevölkerung. In einer Ansprache zur besten Sendezeit stellt er ein baldiges Kriegsende in Aussicht.
Ebenfalls betont er, die USA seien nahe daran, militärische Ziele «sehr bald» zu erreichen.
Laut dem «Handelsblatt» vermittelt Trump grosse Zuversicht über bisherige Erfolge. Der Präsident lobte die Leistungen des US-Militärs dabei wie gewohnt überschwänglich.
Zwei bis drei Wochen bis zur Vollendung
«Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen», kündigt Trump an. «Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören.»
Trump erklärte, die US-Streitkräfte hätten in den vergangenen Wochen «schnelle, entschlossene und überwältigende Siege auf dem Schlachtfeld» erzielt.
Er werde niemals zulassen, dass Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt, wie «ZDFheute» schreibt.
Drohung gegen iranische Kraftwerke bleibt bestehen
Trump bekräftigt eine bereits zuvor geäusserte Drohung gegen iranische Kraftwerke, berichtet das «Handelsblatt». Falls keine Einigung mit Teheran zustande kommt, würden die USA diese hart angreifen.
Trump rief Länder, die von aktuellen Öl-Engpässen betroffen sind, auf, Energie aus den USA zu beziehen.
«Kauft Öl von den Vereinigten Staaten. Wir haben reichlich, wir haben so viel», sagte der US-Präsident.
NATO kommt in Trumps Rede gar nicht vor
Besonders auffällig ist das völlige Fehlen jeglicher Erwähnung der NATO, berichtet «ZDFheute».
Zuvor hatte Trump tagelang gegen NATO-Länder gewettert. Er nannte die Allianz öffentlich «Papiertiger» und drohte mit einem möglichen Austritt.
Doch in seiner Rede vor Millionen Amerikanern erwähnte Trump die NATO mit keinem Wort. Vor seiner Ansprache wurde bekannt, dass NATO-Generalsekretär Mark Rutte nächste Woche zu Gesprächen nach Washington reist.
Widersprüchliches Verhalten bei der Strasse von Hormus
Noch am Dienstag hatte Trump erklärt, dass man die Blockade der Strasse von Hormus anderen Ländern überlassen wolle. Die USA hätten mit dem Problem «nichts zu tun», wie das «Handelsblatt» schreibt.

In seiner Rede an die Nation klang Trumps Ton dann milder. Er kündigte an, dass die USA bei der Sicherung der Meerenge helfen würden.
Wer die Blockade beenden wolle, müsse sich selbst darum kümmern, sagte Trump laut «T-Online». Die USA würden zwar Unterstützung leisten, aber andere Staaten sollten nun «die Führung übernehmen».
Beruhigung der Bevölkerung und der Märkte
Trump zeichnet in seiner Rede das Bild eines baldigen Kriegsendes. Damit knüpft er an seine Aussage vom Vortag an, wonach ein Kriegsende in wenigen Wochen komme.
Für Amerikaner ist der Krieg räumlich weit entfernt. Doch alle spüren die rapide gestiegenen Benzinpreise an den Zapfsäulen, berichtet das «Handelsblatt».
Trump betont daher, der Krieg sei nötig gewesen, die Preise würden nach Ende der Kämpfe sinken. Am Mittwoch kostete Benzin knapp über vier Dollar pro Gallone, einen Monat zuvor noch knapp unter drei Dollar.
Das Fehlen konkreter Exit-Pläne bleibt bestehen
Trotz der langen Ansprache bleiben zentrale Fragen offen, analysiert «ZDFheute» in seiner Bewertung.

Es gibt keinen klaren Kriegszielkatalog und keine Aussagen zu Bodentruppen. Auch fehlt ein nachvollziehbarer Plan für den politischen Ausstieg aus dem Konflikt.
Für Iran dürfte Trumps Rede dennoch weiteren Druck erhöhen. Für die internationale Gemeinschaft bleibt vor allem eines bestehen: grosse Unsicherheit.
















