Nach Angriff auf Nonne in Jerusalem - Mann angeklagt
Der Angriff eines jüdischen Mannes auf eine Nonne in Jerusalem hat in Israel und weltweit Entsetzen ausgelöst – nun ist der mutmassliche Täter angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft beantragte eigenen Angaben zufolge, dass er bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens in Untersuchungshaft bleibt. Die Staatsanwaltschaft geht demnach davon aus, dass das Motiv des Mannes Hass auf eine religiöse Gruppe war. Laut der «Times of Israel» drohen dem 36 Jahre alten Einwohner einer israelischen Siedlung im Westjordanland mehrere Jahre Haft.

Ein unter anderem von der israelischen Polizei veröffentlichtes Video zeigt, wie der Täter bei dem Vorfall Ende April auf die Nonne zuläuft und sie von hinten mit voller Wucht zu Boden stösst. Weiter ist zu sehen, wie der Mann sich zunächst entfernt, dann aber zurückkehrt und die am Boden liegende Frau tritt. Ein Passant eilt ihr schliesslich zu Hilfe und schubst den Angreifer weg. Zu sehen ist, wie der Täter daraufhin auch ihn attackiert. Laut Staatsanwaltschaft wurde die Christin bei dem Angriff im Gesicht und am Bein verletzt.
Christen vor allem in Jerusalem haben seit einiger Zeit vermehrt unter Anfeindungen zu leiden, Betroffene berichten etwa immer wieder von Spuck-Attacken. Christen sind in Israel eine sehr kleine Minderheit, sie machen nur zwei Prozent der rund zehn Millionen Bürger aus. Israels Aussenminister Gideon Saar sagte zuletzt bei einem Besuch in Deutschland, dass Christen in Israel gleichberechtigt und sicher lebten und dass die christliche Bevölkerung im Land wachse. Er drohte zugleich denjenigen, die Gewalt gegen Christen verübten, mit harten Strafen. Den Angriff auf die Nonne in Jerusalem erwähnte er dabei aber nicht explizit.










