Selenskyj: Tote und viele Verletzte nach Russlands Angriffen
Bei einem neuen massiven Angriff mit Hunderten Drohnen sind in der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens sechs Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Seit Tagesbeginn seien bereits mindestens 800 Drohnen in den Luftraum des Landes eingedrungen, und die Attacke dauere an, teilte Selenskyj bei Telegram mit. Er sprach von «Terror».

«Es ist sicherlich kein Zufall, dass einer der längsten massiven russischen Angriffe gegen die Ukraine gerade zu dem Zeitpunkt stattfand, als der Präsident der Vereinigten Staaten zu einem Besuch in China eintraf – einem Besuch, von dem sich viele viel versprechen», sagte Selenskyj. Er hatte zuvor die Hoffnung geäussert, dass US-Präsident Donald Trump auf China einwirke, die Unterstützung für den russischen Angriffskrieg zu beenden.
Peking bezeichnet sich offiziell als neutral in dem Konflikt. Durch den Kauf von russischem Öl und Gas spült China aber Geld in Russlands Kriegskasse. Und das mit westlichen Sanktionen belegte Russland profitiert wiederum vom chinesischen Gütern, die es auch für seine Rüstungsindustrie nutzt.
Selenskyj warf Russland vor, die schwierige geopolitische Phase auszunutzen, «das allgemeine politische Klima zu vergiften». In einer Rede in der rumänischen Hauptstadt Bukarest bei einem Gipfel von neun osteuropäischen Nato-Mitgliedern (B9) forderte er die Verbündeten auf, die Verteidigungskraft der Ukraine weiter zu stärken. Russland müsse auch mit weiterem Druck – etwa mit schärferen Sanktionen – an den Verhandlungstisch gezwungen werden, um den Krieg zu beenden.
In Moskau wiederholte Kremlsprecher Dmitri Peskow die russische Aufforderung an Selenskyj, seine Truppen aus dem Gebiet Donezk abzuziehen. Dann könne es einen Waffenstillstand geben. Selenskyj lehnt es kategorisch ab, die von Kiew kontrollierten Gebiete Russland zu schenken.
Russland will mit den nach einer dreitägigen Waffenruhe intensivierten Drohnenschlägen den Druck auf die Ukraine erhöhen, sich auf die russischen Bedingungen für Friedensverhandlungen einzulassen. Selenskyj berichtete von Treffern in Transkarpatien, in der Region Lwiw (Lemberg), in Wolhynien sowie in Iwano-Frankiwsk und in der Region Riwne. «Leider gibt es Treffer auch in vielen anderen unserer Regionen: in den Gebieten Winnyzja, Tscherniwzi, Chmelnyzkyj, Dnipro, Kirowohrad, Saporischschja, Schytomyr, Kiew, Mykolajiw, Odessa, Sumy, Tscherkassy, Charkiw und Cherson.»






