Mordermittlung nach Tod von rechtem Aktivisten in Lyon
Nach dem gewaltsamen Tod eines rechten Aktivisten am Rande einer Veranstaltung der französischen Linkspartei in Lyon wird wegen vorsätzlichen Mordes gegen sieben Tatverdächtige ermittelt. Die Festgenommenen im Alter von 20 bis 26 Jahren würden dem Haftrichter vorgeführt, sagte Staatsanwalt Thierry Dran. Einige von ihnen hätten eingeräumt, den Studenten geschlagen zu haben, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Nach weiteren Beteiligten werde noch gefahndet. Vier weitere Festgenommene, die nicht direkt an der Attacke beteiligt waren, kamen wieder auf freien Fuss.

Frankreichs Linkspartei La France Insoumise (LFI) ist nach dem tödlichen Angriff verstärkt unter Druck geraten. Konservative und rechte Politiker mutmassen, dass ein linksradikaler Schlägertrupp mit Verbindungen zur Linkspartei den 23-jährigen Aktivisten vor einer Woche am Rande einer rechten Kundgebung gegen den Auftritt der LFI-Europaabgeordneten Rima Hassan in Lyon erschlug.
Wie der Staatsanwalt sagte, handele es sich bei einem der Festgenommenen um einen parlamentarischen Mitarbeiter eines Abgeordneten der Linksfraktion. Drei der Festgenommenen rechneten sich der radikalen Linken zu.
«Keine Gruppe, die Gewalt anwendet, hat in der Republik Legitimität», sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. «Die extremen Parteien müssen aufräumen, die extreme Linke natürlich, aber die anderen extremen Parteien und extrem Rechts ebenfalls, die in ihren Reihen manchmal Aktivisten haben, die Gewalt rechtfertigen.»
Für Ärger bei Macron sorgte, dass Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Tod des französischen Aktivisten als «eine Wunde für ganz Europa» bezeichnete und von ideologischem Hass überwältigte Linksextremisten dafür verantwortlich machte. Die Nationalisten, die bei sich ungestört bleiben wollten, seien immer die Ersten, die kommentierten, was woanders passiere, sagte Macron. «Bleibt alle zu Hause, dann sind die Schafe gut gehütet.»














