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    Jörg Meuthen hält die AfD für «durch und durch pro-jüdisch»

    AFP
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    Deutschland,

    Der AfD-Chef Jörg Meuthen hält seine Partei trotz diverser Vorwürfe für nicht antisemitisch. Sorgen der jüdischen Gemeinde bezüglich der AfD versteht er nicht.

    AfD-Chef Jörg Meuthen
    AfD-Chef Jörg Meuthen - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Parteichef Meuthen versteht Angst führender Repräsentanten der Juden nicht.
    • Die AfD sei «pro-jüdisch».
    • Man gehe Parteiintern beispielsweise gegen die Sprache der Nationalsozialisten vor.

    Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hält die vielfach geäusserten Bedenken von Menschen jüdischen Glaubens gegenüber seiner Partei für unbegründet.

    Die AfD sei «durch und durch pro-jüdisch», sagte Meuthen der «Süddeutschen Zeitung» vom Montag. Er könne nicht verstehen, warum führende Repräsentanten der Juden in Deutschland Angst vor seiner Partei äussern oder gar ankündigen, das Land im Fall einer AfD-Beteiligung an einer Bundesregierung zu verlassen.

    «In der Tat ist mir ein Rätsel, was sich da eine Frau Knobloch und ein Herr Schuster zusammenreimen», sagte Meuthen über die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München, Charlotte Knobloch, sowie den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. Die AfD-Bundestagsfraktion bringe im Bundestag «pro-jüdische Anträge ein – wie zum Beispiel die Forderung nach einem Verbot der Hisbollah», betonte Meuthen.

    Arbeitet an weniger problematischer Öffentlichkeit

    Seine Partei arbeite daran, sich weniger problematisch in der Öffentlichkeit zu äussern, sagte der AfD-Chef weiter. Er verteidigte, dass der von den anderen Parteien abgewählte Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses, Stephan Brandner, neuer AfD-Vizevorsitzender ist.

    Bundestag
    Stephan Brandner (AfD), spricht bei der Debatte zur Publizistischen Vielfalt bei der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. - DPA

    Brandner hatte nach dem Attentat auf die Synagoge von Halle einen Tweet unterstützt, in dem es hiess, Politiker lungerten vor Synagogen herum. «Er ist ja nicht für diesen Tweet gewählt worden», sondern wegen seiner «überzeugenden Rede» auf dem Parteitag, sagte Meuthen.

    Angesprochen auf mehrere Zitate, in denen AfD-Repräsentanten auch sprachlich die Nähe zu Begriffen des Nationalsozialismus suchen, sagte Meuthen: «Sie werden von mir nicht erleben, dass ich jeden Satz verteidige, den irgendjemand in der AfD gesagt hat.» Die Partei arbeite daran. «Wir haben durch unsere Arbeitsgruppe 'Verfassungsschutz' genau untersuchen lassen, welche Äusserungen unserer Leute problematisch sind. Mit denen reden wir.»

    Antisemitismus-Vorwürfe an Parteimitglieder

    Wegen Antisemitismus-Vorwürfen steht in der AfD insbesondere Wolfgang Gedeon im Fokus, der als fraktionsloser Abgeordneter im baden-württembergischen Landtag sitzt. Gegen ihn läuft ein Parteiausschlussverfahren.

    Auch Landtagsabgeordneter Gedeon will AfD-Vorsitzender werden
    Wolfgang Gedeon, Landtagsabgeordneter (fraktionslos, AfD-Mitglied) spricht während der 102. Sitzung im Stuttgarter Landtag. - DPA

    Er hatte die AfD-Landtagsfraktion 2016 verlassen müssen, weil einige seiner Schriften als antisemitisch bewertet worden waren. Auf dem AfD-Bundesparteitag in Braunschweig hatte der 72-Jährige erfolglos für den Parteivorsitz kandidiert.

    Der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» hatte Gedeon am Wochenende gesagt, er sei «formalrechtlich nie aus der Fraktion ausgetreten». Es sei damals nur ein vorübergehender Rückzug aus der Fraktion vereinbart worden: «Die Absprache war damals, dass ich mich vorübergehend zurückziehe, und ich zurückkomme, sobald die Partei wieder stabil ist».

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