Merz positioniert sich beim WEF in Davos im Grönland-Streit
Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte beim WEF in Davos Verständnis für die Sicherheitsbedenken der USA in der Arktis und bezog klar Stellung im Grönland-Streit.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sprach beim Weltwirtschaftsforum in Davos sehr offen. In seiner mit Spannung erwarteten Rede vermied er ausweichende Formulierungen und bezog auch im Streit um Grönland klar Stellung.
Zu Beginn zeigte Merz Verständnis für die sicherheitspolitischen Sorgen der USA im hohen Norden. «Wir begrüssen, dass die Vereinigten Staaten die von Russland ausgehende Bedrohung in der Arktis ernst nehmen», zitiert der «Tagesspiegel».
Mit dieser Einordnung adressierte Merz nicht nur die internationale Staatengemeinschaft, sondern auch US-Präsident Donald Trump. Gleichzeitig machte er deutlich, welche Bedeutung das Thema für Deutschland und Europa hat.
Merz: «Neues Zeitalter begonnen»
Das Sicherheitsinteresse sei laut Merz ein ureigenes Nato-Interesse. «Dies ist ein gemeinsames transatlantisches Interesse, Deutschland tut genau das», zitiert der «Spiegel».
«Ein neues Zeitalter hat bereits begonnen», sagte er auf dem Weltwirtschaftsforum. Europa müsse sich diesen Bedingungen rasch anpassen, um nicht ausgeliefert zu sein.
Der Kanzler warnte vor dieser neuen Welt, die «auf Macht, Stärke und – wenn nötig – auch Gewalt gegründet» sei. Seine Worte richteten sich klar an die internationale Elite, so «ZDFheute».
Trumps Kurswechsel zur Grönland-Politik
Nach Trumps Deeskalation im Grönland-Konflikt blieb Merz bei grundsätzlicher Kritik. «Jede Drohung, europäisches Territorium gewaltsam zu annektieren, wäre inakzeptabel», sagte Merz.
Auch neue Zölle würden «die Grundlagen transatlantischer Beziehungen untergraben», zitiert ihn die «Zeit». In diesem Zusammenhang begrüsste er Trumps Kurswechsel vom Mittwochabend: Es sei «der richtige Weg».

Europa müsse auf die neue Weltlage mit drei zentralen Schritten reagieren. Eine «massive» Aufrüstung bei der Verteidigung, eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und ein engeres Zusammenstehen der EU und ihrer Werte-Partner.
Appell an versammelte Wirtschaftselite
Laut dem «Handelsblatt» betont er weiter: «Machen wir uns aber auch klar: Dieser Welt sind wir nicht ausgeliefert. Wir können sie gestalten», sagte Merz.
Er richtete einen fast schon dramatischen Appell an die versammelte Wirtschaftselite in Davos. «Europa hat die Botschaft verstanden. Deutschland hat die Botschaft verstanden.»
Merz plant mit Italiens Premierministerin Giorgia Meloni EU-Bürokratie am Ratstisch abzubauen. Diese Initiative soll Europas Wirtschaftskraft deutlich stärken, so der «Tagesspiegel».
Merz betont Wichtigkeit der Nato in Davos
Im Zeitalter der Grossmächte brauchen auch die USA die Nato und ihre Partner, betont der deutsche Kanzler: «Autokratien mögen Untertanen haben, Demokratien haben Partner und verlässliche Freunde», sagt er.

Die 25-minütige Rede auf Englisch markierte Merz' Linie in der Geopolitik klar. Sie spiegelt Deutschlands Führungsanspruch in Europa wider, so «ZDFheute».












