Die Konfliktregion Tigray in Äthiopien wurde gemäss Amnesty von Truppen aus Eritrea angegriffen. Dabei sollen hunderte Zivilisten ums Leben gekommen sein.
Konflikt in Äthiopien
Flüchtlinge aus der äthiopischen Konfliktregion Tigray sind in der Region al-Qadarif angekommen. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • «Amnesty» wirft Angreifern eine «systematische» Tötung von hunderten Zivilisten vor.
  • Eritreische Regierung hat bestritten, dass ihre Truppen an dem Konflikt beteiligt waren.

Soldaten der eritreischen Armee hätten im November in der Stadt Axum «systematisch hunderte Zivilisten kaltblütig getötet». Dies erklärte die Menschenrechtsorganisation am Freitag. Hunderte Tote seien in Massengräbern beigesetzt worden.

Amnesty stützt seine Anschuldigungen nach eigenen Angaben auf die Aussagen von 41 Überlebenden und anderen Zeugen. Ausserdem wurde eine Auswertung von Satellitenaufnahmen gemacht. Demnach eroberten Truppen aus Eritrea am 19. November die einstige Königsstadt Axum in Tigray.

Die Soldaten aus dem Nachbarland hätten um sich geschossen und aussergerichtliche Exekutionen verübt. Die Menschen sollen aus ihren Häusern vertrieben und das Eigentum von Zivilisten geplündert worden sein.

Äthiopien bestreitet Beteiligung Eritreas

Das Massaker dauerte laut Amnesty neun Tage an. Viele der Opfer seien nach Angaben von Augenzeugen unbewaffnet gewesen und weggelaufen, als sie erschossen worden seien. Die Angreifer waren nach den zitierten Augenzeugenberichten durch ihre Fahrzeuge, Sprache und besonderen rituellen Gesichtsnarben als eritreische Soldaten erkennbar. Auch hätten sie selber ihre Identität offen preisgegeben.

Die Regierung von Eritrea hat allerdings dementiert, dass ihre Truppen an dem Konflikt beteiligt sind. Auch die Regierung von Äthiopien hat die Beteiligung eritreischer Verbände an den Kämpfen in Tigray bestritten.

Der Konflikt hatte Anfang November begonnen. Zu diesem Zeitpunkt startete der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed einen Militäreinsatz gegen die in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF. Vorausgegangen waren Vorwürfe, die TPLF habe Stellungen der äthiopischen Armee angegriffen. Tigray mit seinen geschätzten sechs Millionen Einwohnern ist seit der Regierungsoffensive praktisch vom Rest der Welt abgeschnitten.

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