Macron sucht Gespräche mit Iran zur Hormus-Krise
Frankreich lehnt einen Militäreinsatz zur Öffnung der Strasse von Hormus ab. Präsident Macron setzt stattdessen auf direkte Gespräche mit dem Iran.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hält einen Militäreinsatz zur Öffnung der Strasse von Hormus für unrealistisch, schreibt die «Tagesschau».
Emmanuel Macron sagte bei einem Besuch in Südkorea, dass einige eine gewaltsame Wiederöffnung der Meerenge befürworten. Diese Position sei demnach auch von den USA geäussert worden.
«Das ist nie die Option gewesen, die wir gewählt haben», erklärte der Präsident. «Wir betrachten sie als unrealistisch.»
Macron: Meerenge nur in Abstimmung mit Iran öffnen
Emmanuel Macron warnte, dass ein Militäreinsatz «unendlich viel Zeit in Anspruch nehmen» würde, berichtet die «Tagesschau». Er betonte ausserdem, dass Schiffe in der Strasse von Hormus durch die iranische Revolutionsgarde mit ballistischen Raketen bedroht sein könnten.
Die Meerenge könne seiner Ansicht nach nur in Abstimmung mit dem Iran wieder geöffnet werden. Dafür seien Verhandlungen notwendig, die erst nach einer Waffenruhe stattfinden könnten.
Frankreich setzt sich für eine internationale Mission aus europäischen und anderen Staaten ein. Diese soll die Strasse von Hormus nach dem Ende der intensivsten Kampfphase wieder sichern und öffnen.
Internationale Krisensitzung in London
Rund 40 Länder haben am Donnerstag auf britische Initiative über die künftige Schifffahrt durch die Strasse von Hormus diskutiert. An der Konferenz nahmen unter anderem Frankreich, Deutschland, Kanada, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien teil, schreibt die «Wirtschaftswoche».
Die USA waren jedoch nicht vertreten. Viele Länder schickten nicht ihre Aussenminister zu den Beratungen.
Die britische Aussenministerin Yvette Cooper betonte, dass man sich auf diplomatische und internationale Planungsmassnahmen konzentriere. Konkrete militärische Schritte lehnten die Teilnehmer ab.
Europäischer Widerstand gegen US-Forderungen
Ein militärischer Ansatz würde voraussichtlich nur einige Länder der Koalition einbeziehen. Für viele Mitglieder stünde dabei vor allem die Sicherung der Wasserstrasse nach dem Kriegsende im Vordergrund, meldet die «Börsen-Zeitung».

Unklar ist zudem, wie ernst der Iran mögliche wirtschaftliche und militärische Optionen der Koalition nehmen würde. Premierminister Keir Starmer erklärte, dass das Vereinigte Königreich weiterhin eine Lösung für die Strasse von Hormus anstrebe.
Gleichzeitig schloss er eine Beteiligung am Krieg aus. Die Vereinigten Arabischen Emirate sollen dagegen eine gewaltsame Öffnung der Meerenge fordern.












