Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maassen will durch seine geplante Kandidatur für den Bundestag Wähler von der AfD zur CDU zurückholen.
Der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maassen
Der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maassen - dpa/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Ex-Behördenchef kritisiert «katastrophale Entwicklung» der CDU.

Den Absturz der CDU in den Umfragen nehme er als «katastrophale Entwicklung» wahr, sagte Maassen dem Nachrichtenportal «ThePioneer». Mit seiner Bewerbung für die Aufstellung als CDU-Bundestagskandidat in Südthüringen wolle er «dazu beitragen, dass die CDU wieder Stimmen von Protestwählern der AfD und Nichtwähler zurückgewinnt».

Maassen sagte, er sei von vielen CDU-Mitgliedern und auch von Bundestagsabgeordneten der Union aufgefordert worden, sich politisch zu engagieren, «weil sie mit dem Linkskurs der Union nicht einverstanden sind». Ihre Erwartung sei, «dass ich im Bundestag die klassischen konservativen und wirtschaftsliberalen Positionen der CDU kraftvoll unterstütze», sagte Maassen.

Thüringens früherer Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender Bernhard Vogel warnte seine Partei davor, Maassen für die Bundestagswahl zu nominieren. Er sei über die Pläne «nicht glücklich», sagte Vogel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Maassen stehe «nicht in der Mitte» der CDU und passe nicht zum Erscheinungsbild der Partei. «Herr Maassen hat mit seinen Äusserungen in der Vergangenheit zu Kritik Anlass gegeben», fügte der CDU-Politiker hinzu.

Der Thüringer CDU-Fraktionschef Mario Voigt hingegen verteidigte die mögliche Nominierung Maassens als Bundestagskandidat. «Zur CDU gehören Frau Merkel und Herr Merz und eben auch Herr Maassen - das ist die Breite der Volkspartei und unsere Stärke», sagte Voigt der Düsseldorfer «Rheinischen Post» (Samstagsausgabe).

«Dass ich als Mann der Mitte nicht alles so wie Herr Maassen sehe, liegt auf der Hand», erläuterte Voigt. Das gehöre aber zu einer Volkspartei und offenen Gesellschaft. Die CDU-Mitglieder in Südthüringen würden ihren Kandidaten in einem demokratischen Verfahren aufstellen.

Die CDU-Basis in Südthüringen wird Maassen am Freitag möglicherweise als Direktkandidat für den Bundestag aufstellen. Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Maassen stand von 2012 bis 2018 an der Spitze des Bundesamts für Verfassungsschutz. Er geriet 2018 nach relativierenden Äusserungen über rechtsextreme Ausschreitungen in Chemnitz in die Kritik und musste seinen Posten schliesslich aufgeben.

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