Lettland: Weiterer Migrantentunnel unter Grenzzaun entdeckt

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Lettland,

Lettlands Behörden haben einen weiteren Tunnel entdeckt, durch den Migranten unterirdisch aus dem Nachbarland Belarus in das EU-Land gelangen konnten.

ARCHIV - Lettische Grenzschützer patrouillieren mit einem Fahrzeug entlang der Grenze zu Belarus. Foto: Alexander Welscher/dpa
ARCHIV - Lettische Grenzschützer patrouillieren mit einem Fahrzeug entlang der Grenze zu Belarus. Foto: Alexander Welscher/dpa - Keystone/dpa/Alexander Welscher

Der lettische Grenzschutz hatte nach eigenen Angaben 28 Migranten aufgegriffen, die nahe dem Ost Kraslava im Südosten Lettlands illegal die inzwischen stark gesicherte EU-Aussengrenze überschritten hatten. Bei der Aufklärung der Umstände und Untersuchung des angrenzenden Gebiets sei dann rund 20 Meter von der Grenze entfernt ein mit Moos abgedeckter Geheimgang ausfindig gemacht worden, teilte der Grenzschutz mit.

In der Vorwoche war bereits eine geheime Unterführung unter der Grenze zwischen Belarus und Lettland aufgetan worden. Auch in Polen und Litauen wurden wiederholt unterirdische Schleichwege entdeckt, durch die Migranten von Belarus aus in die EU-Staaten gelangten. Dafür sollen nach Einschätzung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex auch staatliche Stellen in dem autoritär regierten Belarus mitverantwortlich sein, wie die deutschen Sender WDR und NDR jüngst unter Berufung auf interne Dokumente der Behörde berichteten.

Bessere Überwachung durch «Operation Werwolf»

Lettland hat – wie auch Litauen und Polen – das autoritär regierte Belarus wiederholt beschuldigt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Aussengrenze zu bringen. Die Regierung in Riga reagierte darauf mit einem verstärkten Schutz der Grenze und dem Bau eines Grenzzauns, den die Migranten bislang vor allem mit selbstgebauten Leitern oder Metallscheren zu überwinden versuchten.

Zur Eindämmung der im Sommer deutlich gestiegenen Zahl an irregulären Grenzgängern startete Lettland zuletzt auch die «Operation Werwolf» zur Sicherung seiner Ostgrenze. Dabei sollen Grenzschutz, Staatspolizei, Streitkräfte und Geheimdienste enger zusammenarbeiten. Auch sollen im Grenzgebiet verstärkt Radarsysteme und Drohnen zum Einsatz kommen, um illegale Grenzübertritte festzustellen.

Hilfe von Nachbarländern

Unterstützung erhält Lettland auch von Estland und Litauen, die Grenzschützer entsendet haben, um das baltische Nachbarland beim Schutz und der Kontrolle der Grenze zu unterstützen. In beiden Staaten waren zuvor vermehrt Migranten aufgegriffen worden, deren Weg von Belarus über die EU-Aussengrenze nach Lettland und dann weiter nach Estland oder Litauen führte. Auch die Zahl an beteiligten Schleusern habe zugenommen.

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