Die Frau des brasilianischen Präsidenten, Michelle Bolsonaro, hatte sich in den USA gegen das Coronavirus impfen lassen. Das stösst in Brasilien auf Kritik.
Michelle und Jair Bolsonaro
Michelle und Jair Bolsonaro - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Senator Omar Aziz freut sich zwar, dass sich Michelle Bolsonaro impfen liess.
  • Doch er wirft ihr vor, dass sie dies in den USA und nicht in Brasilien getan hat.
  • Ein Epidemiologe sprach von einer «Verachtung» des öffentlichen Gesundheitssystems.

Die brasilianische First Lady Michelle Bolsonaro steht in der Kritik, weil sie sich in den USA statt in Brasilien gegen das Coronavirus impfen liess. Der Senator Omar Aziz warf Bolsonaro im Online-Medium G1 am Freitag (Ortszeit) unter anderem mangelnden «Patriotismus» vor. Der Epidemiologe Pedro Hallal sprach ebenfalls auf G1 von einer «Verachtung» des öffentlichen Gesundheitssystems in Brasilien.

Die Präsidentengattin verdiene Beifall, weil sie sich zu der Impfung entschlossen habe, sagte Aziz. Zugleich wies er darauf hin, dass das in den USA verimpfte Vakzin «das gleiche» sei wie das in Brasilien. «Also hätte sie sich hier impfen lassen können.» Damit hätte sie den Brasilianern «ein gutes Beispiel» gegeben.

Jair Bolsonaro gilt als notorischer Gegner der Corona-Impfungen

Michelle Bolsonaro hatte sich in dieser Woche am Rande der UN-Generalversammlung in New York gegen das Coronavirus impfen lassen. Vor ihrer Rückkehr nach Brasilien habe sie einen PCR-Test gemacht, teilte die Regierung mit. Bei dieser Gelegenheit habe sie ein Arzt gefragt, ob sie sich nicht auch gleich impfen lassen wolle.

Michelle Bolsonaros Mann, Präsident Jair Bolsonaro, ist als notorischer Gegner der Corona-Impfungen bekannt. Zur Impfung seiner Frau sagte er, dies sei eine «persönliche Entscheidung». Für sich selbst schloss er eine Impfung erneut aus. Bolsonaro ist für seinen Ausspruch bekannt, er werde der «letzte» Brasilianer sein, der sich gegen Corona impfen lasse.

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