Kreml

Kreml stuft Schweizer Exil-Russen-NGO als «unerwünscht» ein

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

Die russischen Behörden haben die Nichtregierungsorganisation Russland der Zukunft – Schweiz als «unerwünscht» eingestuft. Dieser Status kriminalisiert die Zusammenarbeit von Menschen in Russland mit der Organisation in der Schweiz.

Der Kreml lässt selbst Organisationen im Ausland zu Feinden erklären. (Themenbild)
Der Kreml lässt selbst Organisationen im Ausland zu Feinden erklären. (Themenbild) - KEYSTONE/EPA/YURI KOCHETKOV

Die Entscheidung basiere auf einem Beschluss der russischen Generalstaatsanwaltschaft vom 31. März und der anschliessenden Aufnahme in das Register des Justizministeriums, wie die Nichtregierungsorganisation (NGO), der zahlreiche Exil-Russinnen und -Russen in der Schweiz angehören, mitteilte. Offiziell sei dies am 15. April bekannt gegeben worden.

Die Einstufung erfolge vor dem Hintergrund einer massiven Eskalation politischer Verfolgung in Russland, so die NGO. In den letzten Monaten hätten russische Gerichte beispiellos harte Haftstrafen verhängt, die an Repressionen aus sowjetischen Zeiten erinnerten.

Nach russischem Recht droht Personen, die mit «unerwünschten» Organisationen zusammenarbeiten – auch durch Spenden -, administrative oder strafrechtliche Verfolgung. Diese Risiken betreffen nicht nur Einwohner Russlands, sondern auch Personen, die Reisen dorthin planen, da finanzielle Transaktionen oder digitale Spuren als Vorwand für eine Verfolgung dienen können.

«Trotz dieses Drucks werden wir unsere Arbeit auf internationaler Ebene fortsetzen», wird Andrey Lipattsev, Sprecher von Russland der Zukunft – Schweiz, zitiert. Und: weiter: «Unsere Prioritäten bleiben die Unterstützung von Gewissensgefangenen, die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Mobilisierung internationaler Aufmerksamkeit gegen Repression und Korruption

Der Verein «setzt sich gegen die russische Aggression in der Ukraine ein», heisst es auf dessen Homepage. Und: «Wir fordern die sofortige Beendigung dieses Krieges. Wir fordern die Achtung der Menschenrechte und Freiheiten in Russland, wir fordern ein Ende der Verfolgung von Russinnen und Russen wegen ihrer Antikriegsposition und Kritik am kriminellen Putin-Regime.»

Kommentare

User #4998 (nicht angemeldet)

Ja, das überrascht ehrlich gesagt kaum. Wenn man sich die Logik dahinter nüchtern anschaut, ist es ziemlich konsistent: Der russische Staat bewertet nicht neutral, sondern nach Systemstabilität Alles, was den Krieg delegitimiert Menschenrechtsverletzungen thematisiert Opposition im Ausland organisiert wird als potenzielle Bedrohung eingestuft Und dann greift genau dieses Instrument „unerwünscht“.

User #2662 (nicht angemeldet)

Die SVP findet das Gut. Frau Blocher möchte gerne Geschäfte Putin machen. Sagte Sie in der Arena auf SRF

Weiterlesen

sdf
75 Interaktionen
Bei KI-Firmen
patrick fischer
1'236 Interaktionen
Grösse zeigen!

MEHR KREML

15 Interaktionen
Moskau/Sofia
putin warnt
9 Interaktionen
Moskau
Kremlsprecher Dmitri Peskow
12 Interaktionen
Moskau

MEHR AUS STADT BERN

Im Morgenstau
2 Interaktionen
Wandel
5 Interaktionen
Immer mehr Bergfans