Kreise: Grynspan führt bei erster Abstimmung über Guterres-Nachfolge
Die Politikerin Rebeca Grynspan aus Costa Rica hat laut Diplomatenkreisen in einer ersten Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat über die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres die meisten Stimmen bekommen. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, habe den dritten Platz hinter Guyanas UN-Botschafterin in New York, Carolyn Rodrigues Birkett, belegt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus informierten Kreisen.

Grynspan ist Wirtschaftswissenschaftlerin und aktuell Generalsekretärin der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD). Von 1994 bis 1998 war sie Vizepräsidentin von Costa Rica und bekleidete auch mehrere Ministerposten in ihrem Heimatland.
Das mächtige UN-Gremium habe über sieben nominierte Kandidaten abgestimmt, sagte Zénon Mukongo Ngay, UN-Botschafter der Demokratischen Republik Kongo in New York und Präsident des Gremiums im Juli. Ein Datum für eine weitere Runde, in der erneut über sieben Kandidaten abgestimmt werden soll, werde in den kommenden Tagen bekanntgegeben. Die Ergebnisse sind nicht öffentlich.
Der Sicherheitsrat ernennt einen Kandidaten mit mindestens 9 Stimmen der 15 Mitglieder. Die fünf ständigen Mitglieder können Kandidaten mit einem Veto verhindern. Anschliessend wird der Kandidat oder die Kandidatin in der UN-Generalversammlung bestätigt, was als Formsache gilt. Die Probeabstimmungen im Sicherheitsrat dienen dazu, schrittweise einen Kandidaten herauszufiltern, der eine Mehrheit erhält. Das Abstimmungsverhalten kann sich währenddessen stets verändern.
Der UN-Botschafter der USA, Mike Waltz, sagte am Rande der Abstimmung in New York, er erwarte, dass der Sicherheitsrat in den «kommenden Monaten» zu einem Ergebnis gelangen werde.
Guterres gibt den Posten mit dem Ende des Jahres nach zwei Amtszeiten ab. Bislang stehen sieben Kandidaten und Kandidatinnen im Rennen um das diplomatische Spitzenamt: Neben Grynspan, Grossi und Birkett sind das Senegals Ex-Präsident Macky Sall, die ehemalige Präsidentin der UN-Generalversammlung María Fernanda Espinosa aus Ecuador, Chiles erste Präsidentin Michelle Bachelet sowie Olara Otunnu, Politiker und Diplomat aus Uganda. Weitere Nominierungen können folgen.














