Kein direktes Treffen der USA mit Iran in Doha
Kushner und Witkoff fliegen nach Doha, ein Treffen der USA mit dem Iran findet dennoch nicht statt.

Nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Strasse von Hormus bleiben direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran aus.
Das berichtet der «Tagesspiegel» unter Berufung auf einen Sprecher des katarischen Aussenministeriums.
Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und US-Sondergesandter Steve Witkoff reisten dennoch nach Doha. Geplant seien laut «Tagesspiegel» aber nur Treffen mit Vermittlern, keine hochrangigen iranischen Vertreter.
USA und Iran senden widersprüchliche Signale
Kushner und Witkoff träfen sich zunächst mit Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani. Dabei solle der regionale Dialog zum Rahmenabkommen fortgesetzt werden, so der «Tagesspiegel».
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor ein mögliches Treffen angedeutet. Der Iran habe um ein Treffen gebeten, schrieb Trump auf Truth Social.
Von iranischer Seite klang dies anders. Ein Treffen werde erst stattfinden, sobald Einigkeit über Termin und Ort erzielt sei, sagte Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi.
Streit dreht sich erneut um die Strasse von Hormus
Sollten Gespräche zwischen den USA und dem Iran stattfinden, dürfte laut US-Medien nicht das Atomprogramm im Zentrum stehen. Stattdessen gehe es erneut um die Strasse von Hormus, berichtet der «Tagesspiegel».

Die Wiederöffnung der Meerenge ist zentraler Bestandteil des Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran. Laut «ZDFheute» hatte Iran ursprünglich eine Öffnung binnen 30 Tagen gemäss eigenen Regelungen zugesagt.
Der entsprechende Passus im Abkommen bleibt laut «Tagesspiegel» jedoch vage formuliert. Iran solle nach «besten Kräften Vorkehrungen treffen», um Schiffen für 60 Tage gebührenfreie Durchfahrt zu ermöglichen, heisst es.
Experten sehen strategisches Kalkül Irans
Die Denkfabrik Soufan Center hält fest, dass zentrale Begriffe im Abkommen undefiniert blieben. Das berichtet der «Tagesspiegel» unter Berufung auf eine Analyse der Organisation.
Nicole Grajewski von Sciences Po sagte der «New York Times», beide Seiten versuchten, Fakten zu ihren Gunsten zu schaffen. Dies zitiert der «Tagesspiegel» aus dem US-Bericht.
Laut «Handelsblatt» nutzen die iranischen Revolutionsgarden die Meerenge gezielt als Druckmittel gegenüber den USA. Eine anonyme Sicherheitsexpertin aus Teheran betonte demnach die demonstrative Kontrolle Irans über die Wasserstrasse.
Auch Vermögenswerte bleiben ungeklärt
Weiterhin ungeklärt ist zudem die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Nach Expertenschätzungen liegen rund 100 Milliarden Dollar (rund 81 Milliarden Franken) im Ausland fest, so das «Handelsblatt».

Ein Transfer habe bislang nicht stattgefunden, sagte der Sprecher des katarischen Aussenamts laut «Handelsblatt».
Die USA selbst haben laut Experten kein Interesse an einer neuen Eskalation, berichtet der «Tagesspiegel». Trump habe eine militärische Öffnung der Meerenge erwogen, dies aber wegen drohender Verluste verworfen.












