Kein direktes Treffen der USA mit Iran in Doha

Esada Kunic
Esada Kunic

Qatar,

Kushner und Witkoff fliegen nach Doha, ein Treffen der USA mit dem Iran findet dennoch nicht statt.

jared kushner usa
Kushner und Witkoff fliegen nach Doha, ein Treffen der USA mit dem Iran findet dennoch nicht statt. - keystone

Nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Strasse von Hormus bleiben direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran aus.

Das berichtet der «Tagesspiegel» unter Berufung auf einen Sprecher des katarischen Aussenministeriums.

Wird es in den kommenden Wochen zu einem direkten Treffen zwischen den USA und dem Iran kommen?

Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und US-Sondergesandter Steve Witkoff reisten dennoch nach Doha. Geplant seien laut «Tagesspiegel» aber nur Treffen mit Vermittlern, keine hochrangigen iranischen Vertreter.

USA und Iran senden widersprüchliche Signale

Kushner und Witkoff träfen sich zunächst mit Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani. Dabei solle der regionale Dialog zum Rahmenabkommen fortgesetzt werden, so der «Tagesspiegel».

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor ein mögliches Treffen angedeutet. Der Iran habe um ein Treffen gebeten, schrieb Trump auf Truth Social.

Von iranischer Seite klang dies anders. Ein Treffen werde erst stattfinden, sobald Einigkeit über Termin und Ort erzielt sei, sagte Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi.

Streit dreht sich erneut um die Strasse von Hormus

Sollten Gespräche zwischen den USA und dem Iran stattfinden, dürfte laut US-Medien nicht das Atomprogramm im Zentrum stehen. Stattdessen gehe es erneut um die Strasse von Hormus, berichtet der «Tagesspiegel».

hormus usa iran
Die Strasse von Hormus sorgt weiter für Spannungen zwischen dem Iran und den USA. - keystone

Die Wiederöffnung der Meerenge ist zentraler Bestandteil des Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran. Laut «ZDFheute» hatte Iran ursprünglich eine Öffnung binnen 30 Tagen gemäss eigenen Regelungen zugesagt.

Der entsprechende Passus im Abkommen bleibt laut «Tagesspiegel» jedoch vage formuliert. Iran solle nach «besten Kräften Vorkehrungen treffen», um Schiffen für 60 Tage gebührenfreie Durchfahrt zu ermöglichen, heisst es.

Experten sehen strategisches Kalkül Irans

Die Denkfabrik Soufan Center hält fest, dass zentrale Begriffe im Abkommen undefiniert blieben. Das berichtet der «Tagesspiegel» unter Berufung auf eine Analyse der Organisation.

Nicole Grajewski von Sciences Po sagte der «New York Times», beide Seiten versuchten, Fakten zu ihren Gunsten zu schaffen. Dies zitiert der «Tagesspiegel» aus dem US-Bericht.

Laut «Handelsblatt» nutzen die iranischen Revolutionsgarden die Meerenge gezielt als Druckmittel gegenüber den USA. Eine anonyme Sicherheitsexpertin aus Teheran betonte demnach die demonstrative Kontrolle Irans über die Wasserstrasse.

Auch Vermögenswerte bleiben ungeklärt

Weiterhin ungeklärt ist zudem die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Nach Expertenschätzungen liegen rund 100 Milliarden Dollar (rund 81 Milliarden Franken) im Ausland fest, so das «Handelsblatt».

Donald Trump USA
Während Trump erklärte, der Iran habe um ein Treffen gebeten, wies Teheran diese Darstellung zurück. - keystone

Ein Transfer habe bislang nicht stattgefunden, sagte der Sprecher des katarischen Aussenamts laut «Handelsblatt».

Die USA selbst haben laut Experten kein Interesse an einer neuen Eskalation, berichtet der «Tagesspiegel». Trump habe eine militärische Öffnung der Meerenge erwogen, dies aber wegen drohender Verluste verworfen.

Kommentare

User #3926 (nicht angemeldet)

Leute wie den 47., samt seiner Umgebung, kann man nicht genug loben für ihr Engagement für die ganze Welt"Gemeinschaft"! Zufrieden?

User #6021 (nicht angemeldet)

Iran hat Recht und wollte nicht mehr treffen, weil USA und Israel sich selbst schuldig gemacht.

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