Golf bleibt nach neuen Angriffen wirtschaftlicher Brennpunkt
Die Spannungen am Golf haben sich nach neuen Angriffen zwischen den USA und dem Iran weiter verschärft. Die Folgen reichen bis zu Handel und Finanzmärkten.

Trotz eines vor knapp zwei Wochen geschlossenen Rahmenabkommens griffen die USA erneut Ziele an der iranischen Südküste an. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain.
Beide Seiten werfen sich den Bruch des Waffenstillstands vor und halten an ihren gegenseitigen Vorwürfen fest. Dennoch sollen die Gespräche zwischen Vertretern der USA und des Iran nach bisherigen Planungen am Dienstag in Doha fortgesetzt werden.
Die Strasse von Hormus bleibt am Golf einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen Washington und Teheran. Die «Tagesschau» berichtet, dass die Passage weiterhin eingeschränkt bleibt und mit iranischen Stellen abgestimmt werden muss.
Staaten am Golf suchen neue Exportwege
Rund ein Viertel des weltweiten Öltransports auf dem Seeweg verläuft normalerweise durch die Strasse von Hormus. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Irak investieren deshalb verstärkt in Pipelines sowie Strassen- und Schienenverbindungen.
Saudi-Arabien prüft zusätzliche Öllager im Ausland, während der Irak seine Pipelinekapazitäten und Tanklasttransporte zum Mittelmeer ausbauen möchte. Auch die Reedereien MSC und Maersk setzen zunehmend auf kombinierte See- und Landtransporte für Lieferungen.
Die neuen Routen sollen die Abhängigkeit am Golf von der Meerenge langfristig verringern und den Handel absichern. Der «Tagesspiegel» verweist zudem auf milliardenschwere Verluste und einen historischen Energieschock infolge der Krise.
Börsen reagieren zurückhaltend
Die jüngsten Angriffe führten an den asiatischen Finanzmärkten lediglich zu begrenzten Kursverlusten. Anleger rechnen derzeit offenbar nicht mit einer dauerhaften Sperrung der Strasse von Hormus.

Während Öl- und Devisenmärkte kaum reagierten, gerieten vor allem KI- und Chipwerte unter Druck. Der japanische Nikkei-225 verlor zeitweise 0,7 Prozent, während andere wichtige Börsen nur leicht nachgaben.
Viele Investoren richten ihren Blick nun auf die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Katar. Das «Handelsblatt» berichtet, dass die Märkte trotz der jüngsten Eskalation weiterhin auf eine diplomatische Lösung setzen.












