Israels Armee sucht gezielt nach Leiche der letzten Geisel
Israels Militär sucht eigenen Angaben zufolge gezielt nach den sterblichen Überresten der letzten israelischen Geisel. Eine Suchoperation zur Auffindung der Leiche von Ran Gvili sei im nördlichen Gazastreifen im Gange, teilten das Ministerpräsidentenamt und die Armee mit.

Zuvor hatte ein Sprecher der Kassam-Brigaden, des militärischen Arms der Hamas, mitgeteilt, dass die islamistische Miliz den Vermittlern im Gaza-Friedensprozess alle Informationen übergeben habe, die zur Auffindung der Leiche nötig seien. Die israelischen Streitkräfte würden jetzt an Stellen suchen, die in diesen Informationen enthalten waren, sagte Abu Obeida, der Kassam-Sprecher.
Augenzeugen berichteten, dass israelische Truppen im Al-Saitun-Viertel in der Stadt Gaza Suchaktionen durchführten. Es sei Leuchtmunition abgefeuert worden, herumfahrende Militärfahrzeuge seien zu sehen gewesen. Den israelischen Angaben zufolge erstrecke sich das Suchgebiet auf einen Friedhof im Umfeld der sogenannten Gelben Linie. Diese teilt den Gazastreifen in einen vom israelischen Militär kontrollierten und in einen vom israelischen Militär freien Teil.
Der damals 24-jährige Gvili war am 7. Oktober 2023 beim Terrorangriff der Hamas getötet worden. Israel macht die Rückführung seiner Leiche zur Bedingung für den Einstieg in die zweite Phase des US-Friedensplans für Gaza.
Zu dieser Phase gehört auch die Öffnung des Grenzübergangs Rafah für den Personenverkehr. Die Übertrittstelle an der Grenze zu Ägypten gilt als wichtigstes Tor des Gazastreifens zur Welt. Ali Schaath, Vorsitzender der neuen palästinensischen Experten-Regierung für Gaza, hatte die Öffnung am vergangenen Donnerstag angekündigt.
Israel, dessen Militär die Gaza-Seite des Grenzübergangs kontrolliert, sträubt sich dagegen, solange die Leiche von Gvili nicht zurückgekehrt ist. Das sogenannte Sicherheitskabinett beriet am Sonntagabend über die Frage.














