Stadt Zürich

Wegen Dieben: Spar in Zürich sperrt Self-Checkout-Kassen

Bettina Zanni
Bettina Zanni

Zürich,

Eine Spar-Filiale in Zürich setzt die Selbstbedienungskassen morgens ausser Betrieb. Grund dafür sind vermehrte Diebstähle.

Spar
«Kasse geschlossen»: Kundinnen und Kunden müssen im Spar Supermarkt Greencity in Zürich morgens auf bediente Kassen ausweichen. - zVg.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Zürcherin verliert im Supermarkt Greencity in Zürich Zeit.
  • «Die Self-Checkout-Kassen sind dort morgens immer geschlossen», sagt sie.
  • Die Filiale kämpft derzeit mit einer erhöhten Diebstahlrate.

Morgens ist Leila T.* im Schuss. Auf dem Weg zur Arbeit kauft sie sich kurz nach acht Uhr jeweils schnell ein Frühstück. Doch, will sie sich ihr Brötchen und ihren Coffee-to-go im Spar Supermarkt Greencity in Zürich (nahe Maneggplatz) schnappen, verliert sie Zeit.

«Die Self-Checkout-Kassen sind dort morgens immer geschlossen», sagt die 36-Jährige zu Nau.ch. Dies falle ihr bereits seit einigen Monaten auf.

Müsse sie auf eine bediente Kasse ausweichen, dauere es teilweise lange. «Meist bedient gerade niemand die Kasse und ich muss warten.» Da sie morgens manchmal knapp dran sei, zähle für sie aber jede Minute. «Ich habe deswegen auch schon den Zug verpasst.»

«Deutlich erhöhte Diebstahlrate»

Die Spar Handels AG bestätigt auf Anfrage die geschlossenen Self-Checkout-Kassen. Die Self-Checkout-Kassen erfreuten sich in diesem Markt grundsätzlich grosser Beliebtheit, schreibt die Medienstelle. «In letzter Zeit ist an diesen Kassen jedoch eine deutlich erhöhte Diebstahlrate festgestellt worden.»

Aus diesem Grund habe ihr Franchisepartner entschieden, die Self-Checkout-Kassen zu bestimmten Zeiten vorübergehend ausser Betrieb zu setzen.

Hand aufs Herz: Hast du beim Self-Checkout auch schon einmal etwas nicht gescannt?

«Aktuell prüfen wir verschiedene Lösungsansätze, um die Diebstahlsrate an den Self-Checkout-Kassen in Greencity wirksam zu senken», heisst es weiter.

Berufsschüler unter Verdacht

Leila T. fällt auf, dass sich in der Filiale jeweils viele Berufsschülerinnen und -schüler befinden. «Vielleicht bezahlen einige von ihnen am Self-Checkout die Einkäufe nicht», vermutet sie.

Dass Klauen für Schülerinnen und Schüler reizvoll ist, bestätigt zumindest der Fall einer Kantine im Kanton Bern.

Dort läuft die Self-Checkout-Kasse nur noch in den Schulferien. Der Betreiber ZFV begründet die Massnahme mit festgestellten Diebstahlfällen.

Über Monate Waren geklaut

Auch andere Supermärkte kämpfen mit Langfingern. Jeder vierte Kunde hat bereits an einer Self-Checkout-Kasse geklaut. Dies zeigt eine Umfrage des Vergleichsdiensts Moneyland.

Eine Migros-Kundin liess in einigen Zürcher Filialen sogar über Monate Waren mitgehen. Etwa scannte sie die Waren und brach den Zahlvorgang beim Verlassen des Ladens ab. Die Frau kassierte eine Busse von 3500 Franken plus Verfahrenskosten von 800 Franken.

Die Selbstbedienungskassen zu bestimmten Zeiten zu sperren, ist bei der Migros aber kein Thema.

«Moderne Überwachungssysteme»

«Um Diebstähle zu verhindern, setzt die Migros auf präventive Massnahmen», sagt Andy Zesiger, Mediensprecher der Migros. Dazu zählen gut geschultes Personal, moderne Überwachungssysteme und eine klare Kommunikation.

Dies täten sie stets mit dem Ziel, das Einkaufserlebnis nicht zu beeinträchtigen, sagt Zesiger. «Die Sicherheitsmassnahmen in unseren Filialen werden regelmässig überprüft und bei Bedarf angepasst.» Mit den derzeitigen Sicherheitsvorkehrungen könne die Diebstahlrate auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden.

Bei Coop sind nicht immer alle Self-Checkout-Kassen geöffnet. Die Anzahl der geöffneten Kassen werde in einzelnen Verkaufsstellen individuell angepasst, heisst es bei Coop. Grund dafür ist jedoch nicht der Schutz vor Diebstahl, sondern die Kundenfrequenz.

*Name der Redaktion geändert.

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Kommentare

User #9490 (nicht angemeldet)

....vollkommen richtig, die Geschäfte müssen Gewinne machen sonst schliessen noch mehr Geschäfte....

User #2300 (nicht angemeldet)

Echt traurig, das wegen einzelnen Langfingern, alle dafunter leiden müssen.

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