Iran mobilisiert Anhänger am Jahrestag der Revolution

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Iran,

Im Iran sind landesweit Tausende Regierungsanhänger anlässlich des Jahrestags der Revolution von 1979 auf die Strassen gezogen. In der Hauptstadt Teheran zeigte das Staatsfernsehen Menschenmassen auf den grossen Verkehrsachsen in der Stadtmitte. Genaue Teilnehmerzahlen veröffentlichen die Staatsmedien in der Regel im Tagesverlauf.

ARCHIV - Ein Mann hält ein Anti-US-Plakat auf dem Kopf vor den iranischen Raketen, die auf der jährlichen Kundgebung zum Gedenken an die Islamische Revolution von 1979 ausgestellt sin...
ARCHIV - Ein Mann hält ein Anti-US-Plakat auf dem Kopf vor den iranischen Raketen, die auf der jährlichen Kundgebung zum Gedenken an die Islamische Revolution von 1979 ausgestellt sin... - Keystone/AP/Vahid Salemi

Traditionell stellte der Staat auch militärisches Gerät zur Schau. Unter anderem waren auf den Strassen mobile Lkw-Abschussrampen mit Attrappen ballistischer Raketen zu sehen, wie Bilder regierungsnaher Medien zeigten.

Minister und Militäroffiziere nahmen ebenfalls an den Feierlichkeiten teil. Präsident Massud Peseschkian forderte nationalen Zusammenhalt. «Heute brauchen wir mehr als je zuvor Einheit gegenüber Bedrohungen, gegenüber Verschwörungen, gegenüber Fehlentwicklungen oder Irreführungen, die manchmal unsere Jugendlichen täuschen», sagte er bei einer Rede. «Ich entschuldige mich beim edlen Volk für die Mängel, die bestehen.»

Am Dienstagabend hatten Anhänger der Islamischen Republik «Allahu Akbar» (Gott ist am grössten) über den Dächern der Millionenmetropole Teheran gerufen. Der Ausdruck war 1979 zum Symbolruf der Revolution gegen die Herrschaft des Schahs geworden. Der Jahrestag steht in diesem Jahr im Schatten der brutalen Niederschlagung der Massenproteste Anfang Januar. «Tod dem Diktator» hallte es ebenfalls aus den Häusern – eine Anspielung auf Irans Religionsführer und Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei.

Ausgelöst wurde die jüngste Protestwelle durch die schwere Wirtschaftskrise im Iran. Während zunächst Händler auf die Strassen zogen, entwickelten sich die Proteste schnell zu einem landesweiten Aufstand. In den Nächten des 8. und 9. Januar töteten Sicherheitskräfte fast 6.500 Demonstranten, wie Nachforschungen des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mit Sitz in den USA ergaben. Mehr als 50.000 Menschen wurden demnach festgenommen.

Während die Proteste inzwischen verstummt sind, prägen die desolate Wirtschaftslage und extreme Preissteigerungen weiter den Alltag vieler Familien. Die Landeswährung Rial – für viele Iranerinnen und Iraner ein unmittelbarer Gradmesser ihrer finanziellen Situation – hat seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro rund 18 Prozent an Wert eingebüsst.

Kommentare

User #2735 (nicht angemeldet)

Der Jahrestag der Revolution. Nimmt man das Wort Revolution im Wortsinn, dann bedeutet es Re Evolution, also die Evolution rückgängig machen. Das hat die Revolution im Iran ja wirklich gut erreicht. Zurück in die Herrschaft der religiösen Unterdrückung.

User #3392 (nicht angemeldet)

"Traditionell stellte der Staat auch militärisches Gerät zur Schau" Sollte umgehend mit etlichen BGM-108 Tomahawk beantwortet werden.

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