Iran kassiert erste Mautgebühren für Strasse von Hormus

Esada Kunic
Esada Kunic

Iran,

Teheran meldet erste Einnahmen aus Mautgebühren an der Strasse von Hormus. International stösst dieses Vorgehen auf scharfe Kritik.

Strasse von Hormus
Iran kassiert erstmals Maut in der Strasse von Hormus – der Konflikt um die Schlüsselroute verschärft sich weiter. (Archivbild) - keystone

Iran hat erstmals Einnahmen aus den umstrittenen Durchfahrtsgebühren an der Strasse von Hormus verbucht. Vizeparlamentspräsident Hamid-Resa Hadschi Babai bestätigte dies gegenüber iranischen Medien, wie der «ORF» berichtet.

«Die ersten Einnahmen aus den Mautgebühren für die Strasse von Hormus wurden auf das Konto der Zentralbank eingezahlt.»

Sollte Iran die Blockade der Strasse von Hormus als Verhandlungsmasse nutzen?

Seit dem Beginn des Krieges Israels und der USA gegen den Iran blockiert das iranische Militär die Meerenge faktisch. Durch die Strasse von Hormus fliesst rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports.

USA entert sanktioniertes Schiff

Parallel verschärfen die USA ihren Druck auf See. US-Streitkräfte enterten im Indischen Ozean ein sanktioniertes Schiff, das iranisches Öl transportiert haben soll, berichtet der «ORF».

Das US-Verteidigungsministerium betonte, man werde weiterhin Schiffe aufgreifen, die im Verdacht stehen, dem Iran materielle Unterstützung zu leisten. Seit Beginn der Blockade wurden bereits Dutzende Schiffe abgefangen.

Teheran besteht darauf, dass Schiffe vor der Durchfahrt eine Genehmigung einholen müssen. Die Meerenge ist damit ein zentrales Streitthema in laufenden Verhandlungen über ein mögliches Kriegsende, wie «heute.at» festhält.

Internationale Kritik wegen Mautgebühren in Strasse von Hormus

International stiess die Einführung der Mautgebühren auf scharfe Ablehnung, wie «ZDFheute» berichtet. Frankreichs Aussenminister Jean-Noël Barrot bezeichnete das Vorgehen als «inakzeptabel», da die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern ein Gemeingut sei.

Hormus
Die Strasse von Hormus ist seit Beginn des Iran-Krieges faktisch blockiert. - keystone

Auch die EU-Kommission kritisierte die Maut scharf. Das Völkerrecht sei «glasklar», sagte ein Sprecher: «Die Schifffahrt muss frei sein.»

Seerechtexperte Christian Schultheiss wies gegenüber «ZDFheute» darauf hin, dass Iran die Regeln der Transitdurchfahrt bislang stets akzeptiert habe. Iran habe 1968 zudem eine Regelung der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation für die Meerenge aktiv angenommen.

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Kommentare

User #6479 (nicht angemeldet)

Das ist auch richtig so meine volle Hochachtung

User #2492 (nicht angemeldet)

Wer hätte das vom "schwachen" Iran erwartet?

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