Mautgebühren in Strasse von Hormus sorgen für Kritik
Der Iran verlangt Mautgebühren für Durchfahrt durch die Strasse von Hormus, was international auf erhebliche Kritik stösst und Handelsfragen aufwirft.

Seit einer fragilen Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA bleibt es in der strategischen Strasse von Hormus angespannt. Laut dem «SRF» verlangt Teheran von einigen kommerziellen Schiffen Mautgebühren.
Schiffe müssen Unterlagen vorlegen, Freigabecodes einholen und von Revolutionsgarden begleitete Korridore nutzen.
Die Mautgebühren variieren je nach Ladung und Schiffsgrösse. Der «Tagesspiegel» berichtet von einem Dollar pro Barrel Öl als Forderung.
Völkerrecht versus politische Realität
Einige Berichte erwähnen Pauschalgebühren von bis zu zwei Millionen Dollar pro Tanker. Hamid Hosseini, Sprecher einer iranischen Ölexporteur-Vereinigung, sagte dem «Tagesspiegel», dass der Iran überwachen müsse.
Das iranische Vorgehen widerspricht dem internationalen Seerecht. Die Seerechtsexpertin Nele Matz-Lück sagte dem «SRF», dass der Iran die Durchfahrt gebührenfrei gewährleisten müsse.
Das Seerechtsübereinkommen garantiert das Recht der freien Schifffahrt. Ob dieses Recht durchsetzbar ist, bleibt fraglich, da der Iran wichtige internationale Gerichte nicht anerkennt.
Internationale Kritik wird laut
Mehrere Länder lehnen die Mautforderungen des Iran entschieden ab. Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sagt dem «SRF», dass ein iranisches Mautsystem völlig inakzeptabel wäre.
Grossbritannien warnt vor dem Verlust fundamentaler Meeresfreiheiten. Die britische Aussenministerin Yvette Cooper betont, dass diese Freiheiten nicht an Bieter verkauft werden dürfen.

Deutschland fordert ebenfalls gebührenfreie Passage durch die Meerenge. Das Auswärtige Amt verweist auf das UNO-Seerechtsübereinkommen, das internationale Gewässer schützt.
Kontrollverfahren in Strasse von Hormus
Der Iran setzt die Mautforderung in der Strasse von Hormus über Schnellboote der Revolutionsgarden durch. Die «WirtschaftsWoche» berichtet, dass Boote im internationalen Gewässer patrouillieren und Passagen verhindern.
Die Strasse von Hormus ist nur 34 Kilometer breit. Ein grosser Tanker kann praktisch unmöglich unbemerkt durchschlüpfen, meldet die Publikation.
Jedes Schiff muss einen offiziellen Antrag im Iran stellen. Die Reedereien müssen umfangreiche Informationen über Eigentum, Management und Finanzierung vorlegen.












