Die EU und Grossbritannien haben die ganze Nacht durch über den Abschluss eines Handelsabkommens nach dem Brexit verhandelt.
Auto mit britscher Flagge
Auto mit britscher Flagge - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU und Grossbritannien haben eine Brexit-Nachtschicht eingelegt.
  • Premier Boris Johnson und Ursula von der Leyen telefonieren womöglich heute Morgen.
  • Die Briten haben offenbar «enorme Zugeständnisse» gemacht.

Wie es am Donnerstagmorgen aus EU-Kreisen hiess, waren die Gespräche noch nicht beendet. Wenn alles gut gehe, würden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Premierminister Boris Johnson in Kürze telefonieren. Möglich seien dann Pressekonferenzen gegen 9.00 Uhr. Von anderer Seite hiess es, es könne aber auch noch länger dauern.

Beide Seiten hatten in den vergangenen Tagen deutliche Fortschritte gemacht und wesentliche Streitpunkte ausgeräumt. Aus französischen Regierungskreisen verlautete am Mittwochabend, die Briten hätten «enorme Zugeständnisse» gemacht. Dabei sei es um die bis zuletzt umstrittene Frage der künftigen Fangrechte für EU-Fischer in britischen Gewässern gegangen.

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Der britische Premierminister Boris Johnson bei einer Pressekonferenz. (Archivbild) - AP Photo

Mehrere britische Zeitungen verkündeten bereits einen Sieg Johnsons. Der Premier sei kurz davor, zu Weihnachten das Geschenk zu liefern, auf das die Briten so lange gewartet hätten, hiess es in der «Daily Mail». Die Hoffnungen auf ein «frohes neues Jahr» stiegen.

Grossbritannien war zum 1. Februar aus der EU ausgetreten, bis zum Jahresende bleibt das Land aber noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion. Seit zehn Monaten verhandeln Brüssel und London nun bereits über ein Handelsabkommen. Hauptstreitpunkte waren neben der Fischerei die Wettbewerbsbedingungen für britische und EU-Firmen sowie die Kontrolle eines künftigen Abkommens.

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