Geplante Rückgabe von Archipel: London gibt Chagos-Deal auf
Die britische Regierung hat die Vereinbarung über die geplante Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius nach Kritik von US-Präsident Donald Trump verworfen. In seiner jetzigen Form könne der Deal über den im Indischen Ozean gelegenen Archipel nicht umgesetzt werden, sagte Verteidigungsminister Wes Streeting in einem BBC-Interview. Als Grund dafür nannte er mangelnde Unterstützung aus den USA.

Zuvor hatte Trump die Abmachung nach einem Treffen mit Grossbritanniens Premier Andy Burnham am Rande der UN-Vollversammlung in New York als «furchtbar» bezeichnet. Der US-Präsident hatte das Abkommen zunächst abgesegnet, später aber seine Meinung geändert.
Der Deal sieht vor, dass die grösste Insel Diego Garcia, auf der Grossbritannien und die USA eine gemeinsame Luftwaffenbasis betreiben, noch mindestens 99 Jahre unter britischer Kontrolle bleiben soll. Dafür sollen die Briten über die Jahre eine Milliardensumme zahlen. Der Luftwaffenstützpunkt gilt als strategisch bedeutsam für US-Militäraktionen in der Region, aber auch im Hinblick auf die Ambitionen Chinas, seinen Einfluss dort auszubauen.
Der Chagos-Archipel wird bereits seit Jahrzehnten von Mauritius beansprucht. Er wurde 1965 von der früheren britischen Kolonie abgespalten, drei Jahre vor der Unabhängigkeit des Inselstaates im Indischen Ozean.
Die Einwohner wurden damals zwangsweise umgesiedelt, grösstenteils nach Mauritius. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag und auch die Generalversammlung der Vereinten Nationen unterstützen den Anspruch von Mauritius auf den Chagos-Archipel.










