Angesichts explodierender Energiepreise hat die französische Regierung ihre Bürger aufgerufen, während des Urlaubs die WLAN-Router zu Hause abzuschalten.
Olivier Véran
Olivier Véran - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Regierungssprecher: «So viele Stecker wie möglich ziehen».

«Jedes bisschen Energie, das wir jetzt gemeinsam einsparen können, ist Energie, die wir im Herbst oder Winter nutzen können», sagte Regierungssprecher Olivier Véran am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung.

Wer übers Wochenende verreise oder in den Urlaub fahre, solle «so viele Stecker wie möglich ziehen, denn sonst verbrauchen sie (die Geräte) weiterhin Energie. Vor allem Ihr WLAN sollten Sie ausstöpseln», sagte er. Bereits kleine tägliche Gesten hätten eine «echte Auswirkung auf unseren Stromverbrauch», sagte Véran weiter. Verpflichtende Energiesparmassnahmen, wie sie westliche Regierungen in den 1970er Jahren zur Bewältigung der Ölkrise eingeführt hatten, schloss er zugleich aus.

Wie im Rest Europas wächst auch in Frankreich die Sorge aufgrund reduzierter russischer Gaslieferungen. Viele Länder wollen im Sommer ihre Gasspeicher auffüllen, um für den kalten Winter gerüstet zu sein. Nun sorgt aber auch der heisse Sommer für viel Stromverbrauch - durch die extremen Hitzewellen steigt der Bedarf an Klimaanlagen.

Frankreich ist besser gerüstet als die meisten anderen europäischen Länder, da es rund zwei Drittel seines Stroms aus Atomkraft generiert. Allerdings liegt die jährliche Inflationsrate bei fast sechs Prozent. Die Regierung plant aktuell ein neues Hilfspaket in Höhe von 20 Milliarden Euro, um einkommensschwächere Familien zu entlasten.

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