Fall Alexej Nawalny: Nato will Folgen mit Bündnispartnern erörtern

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Belgien,

    Laut der deutschen Regierung wurde Kreml-Kritiker Alexej Nawalny mit einem Nervengift vergiftet. Die Nato will mit den Bündnispartnern die Folgen erörtern.

    Alexej Nawalny
    Kreml-Kritiker Alexej Nawalny - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der deutschen Regierung zufolge wurde Nawalny mit einem Nervengift vergiftet.
    • Die Nato will nun mit den Bündnispartnern über mögliche Folgen sprechen.
    • Jens Stoltenberg, Nato-Generalsekretär, verurteilt die Nutzung des Nervengifts scharf.

    Ein Bundeswehr-Labor hat die Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny nachgewiesenen. Der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg will nun mit Deutschland und allen übrigen Bündnispartnern mögliche Folgen erörtern.

    «Die Nato sieht jeden Einsatz von chemischen Waffen als eine Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit». Das erklärte Stoltenberg am Mittwochabend in Brüssel.

    Dass Nawalny nach Angaben der deutschen Regierung Opfer eines Angriffs mit einem Nervenkampfstoff geworden sei, nannte Stoltenberg schockierend.

    alekej nawalny
    NATO Generalsekretär Jens Stoltenberg will mit Deutschland und den übrigen Bündnispartner mögliche Folgen des Falles Alexej Nawalny erörtern. - keystone

    «Und ich verurteile das scharf.» Die Nutzung eines militärischen Nervengifts mache eine volle und transparente Untersuchung der russischen Behörden umso dringlicher. «Die Verantwortlichen müssen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden», erklärte Stoltenberg.

    Die Bundesregierung sieht es nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr als zweifelsfrei erwiesen an: Nawalny wurde mit dem militärischen Nervengift Nowitschok vergiftet. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach am Mittwoch von einem «versuchten Giftmord».

    Alexej Nawalny war am 20. August auf einem Flug in Russland plötzlich ins Koma gefallen. Später wurde er auf Drängen seiner Familie in die Berliner Charité verlegt. Nach Angaben der Charité ist sein Gesundheitszustand weiter ernst.

    Russland warnt vor «Politisierung» des Falles Alexej Nawalny

    Die russische Botschaft in Berlin warnte gleichzeitig vor einer «Politisierung» des Falles. «Wir rufen unsere Partner auf, eine Politisierung dieses Vorfalls zu vermeiden. Und sich ausschliesslich auf glaubwürdige Fakten zu stützen, die hoffentlich schnellstmöglich geliefert werden». Das hiess es in einer am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung.

    Das Auswärtige Amt bestellte den russischen Botschafter Sergej Netschajew ein, um Russland dazu aufzufordern, «vollumfänglich und mit voller Transparenz» aufzuklären. Die Botschaft moniert aber, dass Netschajew «keine auf Fakten basierten Unterlagen» erhalten habe.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Alexej Nawalny
    Berlin
    Ukraine konflikt Boris Johnson
    1 Interaktionen
    London

    MEHR IN POLITIK

    11 Interaktionen
    Kiew
    47 Interaktionen
    Kiew
    2 Interaktionen
    Zug

    MEHR ALEXEJ NAWALNY

    Alexej Nawalny
    75 Interaktionen
    Geschmacklos
    Julia Navalny
    6 Interaktionen
    «Vergiftet»
    Nawalnys Anwälte
    Straflager
    Alexej Nawalny
    156 Interaktionen
    «Keine Empathie»

    MEHR AUS BELGIEN

    Ursula von der Leyen
    56 Interaktionen
    Brüssel
    ukraine von der Leyen
    38 Interaktionen
    Haushaltsloch
    3 Interaktionen
    Vernetzung?
    10 Interaktionen
    Utrecht/ Brüssel