Experte: Weltordnung mit fünf Mächten könnte stabil sein
Ein Experte hält eine Weltordnung mit fünf Mächten für erstrebenswert und stabil. Dafür müssten sich die EU und Indien etablieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut einem Politikwissenschaftler ist eine Welt mit fünf Mächten stabiler als mit drei.
- Neben China, Russland und den USA könnten sich Indien und die EU etablieren.
- Neutralität sei dann eigentlich, sich freiwillig in eine Position der Schwäche zu bringen.
Wohin steuert die Welt? Der deutsche Politikwissenschaftler Herfried Münkler hält mit Blick auf die geopolitische Lage eine auf fünf Mächten basierende Weltordnung für möglicherweise erstrebenswert.
Die Geschichte lehre, dass Fünfer-Systeme im Gegensatz zu Dreier-Konstellationen relativ lange dauerten, sagte Münkler in der ORF-Nachrichtensendung «ZiB2». Zusätzlich zu den USA, China und Russland müssten sich die EU und Indien als einflussreiche Mächte etablieren.

Das wäre jedenfalls sinnvoller als in der gegenwärtigen Weltlage, die von Aktionen wie der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro geprägt sei, an das Völkerrecht zu erinnern. Beim Völkerrecht gebe es keinen Hüter, der die Regeln durchsetzen könnte, so Münkler.
«Das wird keine freundliche Weltordnung sein, die da auf uns zukommt», sagte Münkler. Aber fünf relevante Kräfte könnten eine machtbasierte Ordnung darstellen. Eine militärische Neutralität, wie sie Österreich pflege, sei nicht attraktiv. «In einer Weltordnung, wie wir sie jetzt haben, ist Neutralität eigentlich, sich freiwillig in eine Position der Schwäche und der relativen Bedeutungslosigkeit zu bringen.»
Münkler war Professor am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität in Berlin und gilt als führender Forscher zur Geschichte von Imperien.










