Internet-Ausfall, 45 Tote: Proteste im Iran eskalieren
Die Proteste im Iran weiten sich aus. Das Internet ist massiv eingeschränkt, Aktivisten berichten von 45 toten Demonstranten.

Das Wichtigste in Kürze
- Wegen der Proteste ist das Internet im Iran massiv eingeschränkt.
- Laut Aktivisten gehen Sicherheitskräfte mit Schusswaffen gegen Demonstranten vor.
- Mindestens 45 Menschen wurden getötet.
Bei den landesweiten Protesten im Iran sind Aktivisten zufolge mindestens 45 Demonstranten ums Leben gekommen. Wie die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mitteilte, gehen die Sicherheitskräfte mit Schusswaffen gegen die Proteste. «Die Fakten zeigen, dass die Repressionen von Tag zu Tag gewalttätiger und umfassender werden», sagte Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam.
Nach Protestaufrufen kommt es auch in der iranischen Millionenmetropole Maschhad zu heftigen Strassendemonstrationen. In der zweitgrössten iranischen Stadt im Nordosten gingen Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen Demonstranten vor, wie Einwohner berichteten. Es sei «wie Krieg», sagten Augenzeugen.
This is Tehran right now.
— Vivid.🇮🇱 (@VividProwess) January 8, 2026
The people of Iran want the regime GONE.
Why is the international media silent?
Share this everywhere.
pic.twitter.com/w4qbNJMSCJ
Das Internet ist unterdessen massiv eingeschränkt, kaum noch dringen Nachrichten nach aussen. Das Land befinde sich in einem «Internet-Blackout», berichtete die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks. Dieser folge auf eine Reihe von Zensurmassnahmen, die «das Recht der Öffentlichkeit auf Kommunikation in einem kritischen Moment behindern», hiess es in einem Beitrag auf X.
Bereits bei früheren Protestwellen hatten die Behörden zu dieser Massnahme gegriffen, um die Verbreitung von Bildern und Videos zu unterbinden. Reza Pahlavi, der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hatte für Donnerstag und Freitag zu Protesten aufgerufen.
Trump droht mit harter Strafe
US-Präsident Donald Trump hat die Staatsführung in Teheran vor der Tötung von Demonstranten gewarnt. «Ich habe ihnen mitgeteilt, dass wir sie hart bestrafen werden, falls sie anfangen, Menschen zu töten, was sie während ihrer Unruhen, die ja häufig vorkommen, gerne tun», sagte er in einer am Donnerstag veröffentlichten Folge des Podcasts «The Hugh Hewitt Show».
Die US-Regierung verfolge die Situation aufmerksam. Trump lobte die Iraner als «mutige Menschen». Unklar war zunächst, wann das Gespräch aufgezeichnet wurde.
Seit elf Tagen erschüttert eine neue Protestwelle den Iran. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch die massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial. In Teheran gingen daraufhin wütende Händler spontan auf die Strasse. Inzwischen haben sich die Proteste auf weite Teile des Landes ausgeweitet.
















