Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell hat die Cyberattacke auf die Ukraine scharf verurteilt.
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Ein Hacker in Aktion. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Borrell: Europäer wollen alle Mittel mobilisieren.

Borrell sagte am Freitag beim Aussenminstertreffen im französischen Brest, die EU werde alle Mittel mobilisieren, um Kiew zu unterstützen. Unter anderem sei eine Dringlichkeitssitzung des Politischen und Sicherheitskomitees der EU anberaumt worden. Dabei gehe es auch um technische Hilfestellung für die Ukraine.

Ob Russland hinter dem Angriff stecke, sei noch unklar, sagte Borrell: «Wir haben keine Beweise, aber es ist denkbar.» Am Donnerstag hatte Borrell eine EU-Initiative zur Ausbildung von Führungskräften der ukrainischen Armee zur Abwehr von Cyber-Angriffen angekündigt.

Mehrere Webseiten der ukrainischen Regierung waren in der Nacht zum Freitag Ziel einer massiven Cyberattacke geworden. Unter anderem die Webseite des Aussenministeriums konnte nicht aufgerufen werden. Dort war vorübergehend eine Botschaft in ukrainischer, russischer und polnischer Sprache zu lesen: «Ukrainer! All eure persöhnlichen Daten wurden gelöscht und können nicht wieder hergestellt werden. Alle Informationen über euch sind veröffentlicht, habt Angst und rechnet mit dem Schlimmsten.» Auch die Webseiten des Katastrophenschutzministeriums und unter anderem des Kabinetts waren von dem Cyberangriff betroffen.

Nach Angaben der ukrainischen Geheimdienste wurden bei der Cyberattacke keine persönlichen Daten gestohlen. «Auf den Startseiten der betroffenen Websites wurden provozierende Botschaften veröffentlicht, aber der Inhalt dieser Seiten wurde nicht geändert und es gab nach bisherigen Informationen keinen Diebstahl persönlicher Daten», erklärte der ukrainische Geheimdienst SBU. Ein Grossteil der betroffenen Seiten sei wieder zugänglich und die verbliebenen seien «ebenfalls sehr bald wieder aufrufbar».

Wer hinter der Cyberattacke stand, war zunächst unklar. Die Regierung in Kiew machte dazu keine Angaben. Bei früheren Cyberattacken auf Regierungs-Websites und wichtige Infrastruktureinrichtungen hatte Kiew wiederholt russische Hacker mit Verbindungen zum Kreml verantwortlich gemacht.

Das Aussenministerium in Kiew erklärte, Spezialisten arbeiteten daran, das IT-System wieder in Gang zu bringen. Die Cyber-Polizei habe Ermittlungen eingeleitet.

Der Cyberangriff erfolgte vor dem Hintergrund der verschärften Spannungen zwischen Russland und dem Westen im Ukraine-Konflikt. Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarsches an der Grenze zur Ukraine fürchtet der Westen, Moskau könnte das Nachbarland angreifen.

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