Legionellen: Kühltürme auf Schweizer Manor-Hauptsitz sorgen Ausbruch
Die Ansteckungsherde des Basler Legionellen-Ausbruchs sind gefunden: Zwei Kühltürme auf dem Dach des Manor-Hauptsitzes.

Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Kühltürme auf dem Manor-Dach lösten den Basler Legionellen-Ausbruch aus.
- 26 Personen erkrankten, 25 wurden hospitalisiert, eine Person starb.
- Manor nahm die Anlagen vom Netz, der Kanton rechnet mit weiteren Fällen.
Ein Todesfall, 26 Erkrankte, sieben davon auf der Intensivstation: Der Legionellen-Ausbruch in Basel gehört landesweit zu den grössten der vergangenen Jahre. Nun ist klar, woher die Bakterien stammen. Zwei Kühltürme auf dem Dach des Manor-Hauptsitzes an der Rebgasse gelten als Ansteckungsherde.
An einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Montag wollten sich Basler Behördenvertreter zum genauen Standort zunächst nicht äussern. Manor selbst bestätigte den Sachverhalt aber gegenüber den «Tamedia»-Zeitungen.
«Nach Bekanntwerden des Befunds haben wir in Abstimmung mit den zuständigen Behörden sämtliche erforderlichen Massnahmen eingeleitet», liess sich ein Mediensprecher des Unternehmens zitieren. Die betroffenen Anlagen seien ausser Betrieb genommen worden.
Manor-Mitarbeiter zeigen Symptome – Kanton rechnet mit weiteren Fällen
Bei Manor selbst zeigen drei Mitarbeitende mittlerweile mögliche Symptome einer Lungenentzündung. Die übrigen Erkrankten stammen laut den Behörden vor allem aus dem angrenzenden Quartier, vereinzelt aber auch aus anderen Teilen Basels. Betroffen sind mehrheitlich Männer, das Durchschnittsalter der Erkrankten liegt bei 63 Jahren.

Auch wenn die bekannten Ansteckungsherde inzwischen ausgeschaltet seien, rechnet der Kanton mit weiteren Fällen. Grund ist die Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen. Wer Symptome wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden bei sich feststellt, solle sich an den Hausarzt wenden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Personen, die rauchen oder ein geschwächtes Immunsystem haben.
Weitere Kühltürme mit erhöhter Legionellenbelastung identifiziert
Der Kanton hat inzwischen weitere Kühltürme mit erhöhter, aber nicht bedrohlicher Legionellenbelastung identifiziert und dort Massnahmen eingeleitet. In den kommenden zwei Wochen sollen zusätzliche Laboruntersuchungen den Zusammenhang zwischen den belasteten Anlagen und den Erkrankungsfällen weiter erhärten.

Kühltürme können Legionellen über verdunstendes Wasser in die Luft abgeben. Wer die feinen Wassertröpfchen einatmet, riskiert eine Ansteckung. Bekannter sind sonst eher Fälle, bei denen sich Legionellen über Duschwasser verbreiten – wie zuletzt in Wetzikon ZH, wo zwischen Anfang 2025 und Mitte 2026 25 Erkrankungen registriert wurden.












