Erstmals seit dem Streit über ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft mit Australien hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit dem australischen Regierungschef Scott Morrison gesprochen.
Macron und Scott im Juni
Macron und Scott im Juni - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Paris beklagt Verlust von Vertrauensverhältnis zu Canberra.

Es liege nun an Canberra, «konkrete Massnahmen» vorzuschlagen, um «die Grundlagen unserer bilateralen Beziehungen neu zu definieren», erklärte der Élysée-Palast nach dem Telefongespräch am Donnerstag. Auch solle so ein «gemeinsames Vorgehen im indopazifischen Raum» sichergestellt werden.

Die «einseitige Entscheidung» Australiens mit der Beendigung des gemeinsamen U-Boot-Projekts habe «das Vertrauensverhältnis zwischen unseren beiden Ländern zerstört», sagte Macron nach den Angaben aus Paris bei dem Telefonat. «Wir werden der Lage der französischen Unternehmen und ihrer Zulieferer, einschliesslich der australischen, die von dieser Entscheidung betroffen sind, grösste Aufmerksamkeit widmen.»

Der U-Boot-Streit, der vor rund sechs Wochen eskaliert war, hatte die Beziehungen der Verbündeten auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Die USA, Grossbritannien und Australien hatten Mitte September ein indopazifisches Bündnis namens Aukus angekündigt, das auch den Bau von Atom-U-Booten für Australien umfasst.

Dass Australien daraufhin ein lange geplantes milliardenschweres U-Boot-Geschäft mit Frankreich platzen liess, sorgte für empörte Reaktionen der französischen Regierung. Paris zog zwischenzeitlich sogar seine Botschafter aus Washington und Canberra ab. Auch die EU und Staaten wie Deutschland reagierten mit Kritik an dem Vorgehen.

Seit dem Streit hatte Macron keinen Kontakt zu Morrison, er sprach jedoch mit US-Präsident Joe Biden und dem britischen Premierminister Boris Johnson. Macron trifft Biden am Freitag persönlich vor Beginn des G20-Gipfels in Rom.

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