Ernüchterndes Fazit bei der Münchner Sicherheitskonferenz

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    Deutschland,

    Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz endet mit gemischten Signalen. Europa ringt um Eigenständigkeit in unsicherer Weltordnung.

    Münchner Sicherheitskonferenz
    Die Münchner Sicherheitskonferenz endet mit düsterer Bilanz. - keystone

    Die Münchner Sicherheitskonferenz stand unter dem Motto «Under Destruction». Über 60 Staats- und Regierungschefs versammelten sich vom 13. bis 15. Februar in München.

    Die Veranstalter sprachen von einer Phase der Abrissbirnenpolitik, die Zerstörung gegenüber Reform bevorzuge, berichtet «Euronews».

    Bereitet dir die aktuelle Weltlage Sorgen?

    Laut dem Munich Security Report 2026 gewinnen politische Kräfte an Dynamik, die auf Disruption setzen. Diese Politik reagiere auf gesellschaftlichen Vertrauensverlust hinsichtlich demokratischer Institutionen.

    Versöhnliche Töne aus Washington

    US-Aussenminister Marco Rubio schlug deutlich versöhnlichere Töne an als sein Vorgänger JD Vance im Vorjahr. Er betonte die untrennbare Verbindung zwischen Europa und den USA, berichtet «T-Online».

    Seine Rede an der Münchner Sicherheitskonferenz wurde mit Erleichterung aufgenommen und mit langem Applaus bedacht, wie die «NZZ» berichtet.

    Allerdings machte Rubio auch klar, dass gemeinsame Werte allein nicht mehr als Fundament reichten. Die USA erwarten von Europa Veränderungen in Migration, Klimaschutz und Handel.

    Merz fordert europäische Selbstbehauptung

    Bundeskanzler Friedrich Merz erkannte den tiefen Graben in den transatlantischen Beziehungen offen an. Europäische Selbstbehauptung sei das Wort der Stunde, berichtet «T-Online».

    Europa müsse Vorkehrungen für eine neue Zeit treffen, die von Grossmachtpolitik geprägt sei.

    Merz betonte laut der «Tagesschau», dass der Kulturkampf der MAGA-Bewegung nicht Europas Kulturkampf sei. Dennoch werbe er für eine Neujustierung der transatlantischen Partnerschaft auf Augenhöhe.

    Ukraine im Fokus der Münchner Sicherheitskonferenz

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky erhielt an der Münchner Sicherheitskonferenz den Ewald-von-Kleist-Preis stellvertretend für alle Ukrainer, schreibt die «Tagesschau».

    Er warb weiter um militärische Unterstützung und einen EU-Beitritt schon 2027, wie das «Handelsblatt» berichtet.

    Münchner Sicherheitskonferenz
    Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht bei der 62. Münchner Sicherheitskonferenz. - keystone

    NATO-Generalsekretär Mark Rutte verglich das Tempo des russischen Vormarsches mit einer Gartenschnecke. Die russischen Streitkräfte erlitten enorme Verluste, berichtet das «Handelsblatt».

    Diskussion über europäischen Atomschirm

    Deutschland und Frankreich sprechen über einen möglichen europäischen Atomschirm als Ergänzung zu den US-Nuklearwaffen.

    Diese Diskussion zeigt die Suche nach mehr strategischer Autonomie, wie «T-Online» schreibt. Das Projekt FCAS wird zur Probe für Europas Unabhängigkeitsbestrebungen.

    Die Münchner Konferenz endete ohne Abschlussdokument, wie es bei der MSC üblich ist. Die informellen Gespräche am Rande gelten als oft wichtiger als die Hauptreden, berichtet «Euronews».

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2887 (nicht angemeldet)

    Das ist wieder typisch viel Geplauder und Geld für nichts

    User #4629 (nicht angemeldet)

    Mit der "Gartenschnecke" haben die Kriegstreiber allerdings recht.

    Weiterlesen

    5 Interaktionen
    München
    US-Aussenminister Marco Rubio
    78 Interaktionen
    Rubio
    selenskyj waffenruhe
    30 Interaktionen
    München

    MEHR IN POLITIK

    10 Interaktionen
    Washington
    24 Interaktionen
    Kiew/Washington
    2 Interaktionen
    Lissabon
    Westjordanland
    18 Interaktionen
    Tel Aviv/Ramallah

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Friedrich Merz
    22 Interaktionen
    Berlin
    8 Interaktionen
    Leipzig
    Bundesliga
    Muheim-Hammer