Ermittler in München vermuten Anschlagversuch auf Rüstungsfirma

Nach einer Brandattacke auf eine Baustelle in München vermuten die Ermittler einen Anschlagsversuch gegen ein Unternehmen aus dem Rüstungsbereich.

München
In München wurden in der Nacht auf Dienstag Brandsätze auf eine Baustelle geworfen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In München haben Unbekannte in der Nacht auf Dienstag Brandsätze auf eine Baustelle geworfen.
  • Nun vermuten Ermittler, dass es sich dabei um einen Anschlag auf eine Rüstungsfirma handelte.
  • Zwei Personen wurden im Zusammenhang mit dem Vorfall festgenommen.

In der Nacht auf Dienstag wurden in München Brandsätze auf eine Baustelle des Technologie- und Rüstungskonzerns Rohde & Schwarz geworfen. Ein Brandsatz zündete, ein zweiter musste entschärft werden.

Es werde wegen eines politischen Hintergrunds ermittelt, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) des deutschen Bundeslandes Bayern. Deswegen habe das LKA die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Um welches Unternehmen es konkret geht, sagte der Sprecher nicht.

München
Ermittler vermuten bei der Brandattacke in München einen Anschlag auf eine Rüstungsfirma. - keystone

Einer der Brandsätze ging laut der «Bild» im Bereich von Baucontainern vor der Firmenzentrale von Rohde & Schwarz in Flammen auf. Das Unternehmen entwickelt und produziert unter anderem sichere Funk- und Kommunikationssysteme für die Bundeswehr.

Der Angriff richtete sich damit wohl gegen einen Betrieb, der für die deutsche Verteidigung von Bedeutung ist.

Innenminister spricht von «Brandanschlägen»

Der Innenminister des deutschen Bundeslandes Bayern, Joachim Herrmann, spricht von «Brandanschlägen». Das Ziel seien «Gebäude oder Baustellen» gewesen, «die unmittelbar Rüstungs- und Sicherheitsfirmen in München zuzurechnen sind», sagte er.

Es sei von einem «politischen Hintergrund dieser Straftaten» auszugehen. Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET), die bei der Generalstaatsanwaltschaft München angesiedelt ist, hat die Ermittlungen übernommen.

«Verstärktes Risiko von Anschlägen»

«Insgesamt zeigt dieses Ereignis, dass wir, wie schon an anderen Orten in Deutschland in den letzten Tagen, nun ein verstärktes Risiko von Anschlägen haben auf unsere eigene Infrastruktur, aber eben auch ganz offensichtlich im Zusammenhang mit Rüstungsunternehmen in unserem Land. All das im Kontext der insgesamt verschärften Sicherheitslage und der internationalen Auseinandersetzungen», sagte Herrmann.

Die Polizei leitete sofort nach der Attacke eine Fahndung ein. Dabei wurden die Einsatzkräfte rasch fündig. An einer nahe gelegenen Tankstelle am Innsbrucker Ring konnten die Beamten zwei Personen festnehmen.

Polizei verhaftet zwei bulgarische Staatsangehörige

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, handelt es sich bei den Festgenommenen um eine 28-jährige Frau und einen 38-jährigen Mann.

Bei den beiden Tatverdächtigen handelt es sich nach Angaben der Ermittler um Bulgaren.

Bislang hätten sie sich nicht zu den Vorwürfen geäussert, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) des deutschen Bundeslandes Bayern.

Motive und Hintergründe des Angriffs sind bislang unklar. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Über weitere Details hat sich die Polizei bislang nicht geäussert.

Machst du dir Sorgen um die Sicherheit in Europa?

Die Brandattacke ereignete sich kurz nach zwei weiteren Vorfällen in Deutschland. Diese richteten sich gegen wichtige Teile der deutschen Stromversorgung. Ob ein Zusammenhang besteht, ist noch nicht bekannt.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #4633 (nicht angemeldet)

Natürlich muss man sich Sorgen machen. D macht so lange, bis der Krieg vor unser Tür steht.

User #1328 (nicht angemeldet)

Da bin ich aber gespannt was das wieder für ein Bulgarisches Netzwerk ist . Zwei wurden gleich auf der Flucht verhaftet und eine Person hat offensichtlich sogar eine Wohnung in der Grosstadt. Mit Meldeadresse.

Weiterlesen

AKW Deutschland
28 Interaktionen
Sabotage
Wladimir Putin
882 Interaktionen
Drohne in Leipzig
woidke
13 Interaktionen
Brandenburg

MEHR IN POLITIK

wahl
6 Interaktionen
Warschau
2 Interaktionen
Teheran/Maskat
F35
35 Interaktionen
Fixpreis-Debakel
Donald Trump
3 Interaktionen
Dublin

MEHR AUS DEUTSCHLAND

Merz
21 Interaktionen
Schock-Umfrage
Petridou Aniston
26 Interaktionen
Stolz
Hazel
Ganz schön frech
Bundesliga Borussia Mönchengladbach Polanski
5 Interaktionen
Gladbach-Krise