Wegen Apple-Tablets: Samsung zerrt deutsches Städtchen vor Gericht
Die Stadt Datteln will 665 iPads für ihre Schulen kaufen. Konkurrent Samsung fühlt sich übergangen und wehrt sich juristisch gegen die Ausschreibung.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Stadt Datteln in Deutschland will 665 neue iPads für ihre Schulen bestellen.
- Samsung kritisiert, dass in der Ausschreibung gezielt Apple-Geräte verlangt wurden.
- Die Stadt verweist auf ihre bestehende IT und die Kosten eines Systemwechsels.
- Das Urteil könnte beeinflussen, wie Städte künftig Schul-Tablets ausschreiben.
Ein Weltkonzern gegen eine Stadt mit rund 36'000 Einwohnern: Samsung legt sich in Deutschland mit der nordrhein-westfälischen Stadt Datteln an.
Der Grund für den ungewöhnlichen Streit sind ausgerechnet Tablets für Schülerinnen und Schüler.
Datteln wollte 665 neue iPads des Samsung-Konkurrenten Apple bestellen. Samsung sah sich dadurch benachteiligt und zog vor Gericht.
Samsung war bei Ausschreibung praktisch chancenlos
Die Stadt hatte die Geräte Mitte 2025 öffentlich ausgeschrieben. Allerdings suchte sie nicht einfach nach geeigneten Tablets. In der Ausschreibung waren 665 Apple iPads ausdrücklich vorgegeben. Sogar Modell, Speichergrösse und Farbe waren festgelegt.

Für Samsung und andere Hersteller gab es damit praktisch keine Chance, den Auftrag zu erhalten. Der südkoreanische Konzern ging deshalb gegen die Ausschreibung vor.
Stadt will bei Apple bleiben
Datteln begründet die Entscheidung mit der bereits bestehenden Technik an den Schulen. In den vergangenen Jahren kaufte die Stadt rund 2700 Geräte.
Ein Wechsel auf ein anderes System wie Android sei zu aufwendig und kompliziert, argumentiert die Kommune. Genau daran dürfte sich der Rechtsstreit entscheiden.

«Da ist dann die spannende Frage, ob ein Mischbetrieb von Samsung- und Apple-Geräten wirklich so schwer wäre», sagt Vergaberechtsexperte Julian von Lucius dem «Spiegel».
Und weiter: «Wie das Gericht diesen Punkt beurteilt, wird entscheidend sein.»
Vor der Vergabekammer Westfalen hatte Datteln zunächst Erfolg. Sie entschied im August 2025 zugunsten der Stadt. Samsung legte daraufhin Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf ein.
Dort steht nun die Entscheidung an.
Urteil könnte Folgen für andere Städte haben
Der Streit um 665 iPads geht weit über Datteln hinaus.

Denn viele deutsche Städte und Schulen stehen vor derselben Frage: Dürfen sie bei neuen Geräten einfach bei ihrem bisherigen System bleiben – oder müssen sie Konkurrenten wie Samsung jedes Mal eine echte Chance geben?
Vergaberechtsexperte Julian von Lucius sagt dem «Spiegel», Die deutschen Oberlandesgerichte hätten öffentlichen Auftraggebern bislang relativ viel Spielraum gelassen.
Das Oberlandesgericht Düsseldorf könnte diese Linie nun bestätigen – oder die Regeln für künftige Ausschreibungen verschärfen. Entsprechend genau dürften andere Städte und Gemeinden auf den Entscheid schauen.















