Familie von Maria: Aufklären, wie das möglich war
Die Familie des Opfers des Aarauer Raves will wissen, wie der Verdächtige legal Waffen besitzen konnte. Sie fragt, ob jemand haftbar gemacht werden kann.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Verdächtige des Aarauer Raves besass trotz psychischer Probleme legal Waffen.
- Die Familie der getöteten Maria fordert die vollständige Aufklärung dieser Tatsache.
- Sie will wissen, ob jemand haftbar gemacht werden kann.
Am Mittwoch erklärte die Kantonspolizei, dass sie einen Tatverdächtigen nach den Schüssen beim Rave in Aarau festgenommen hat. Zudem wurden die weiteren Erkenntnisse der Ermittlungen bekannt gegeben.
Die Familie der verstorbenen Maria S. (†22) äusserte sich am Abend über einen Anwalt dazu. «Die Umstände des Verbrechens sind noch nicht vollständig aufgeklärt», zitieren italienische Medien aus dem Schreiben.
Die bekannt gewordenen Informationen erlaubten es nicht, die Rekonstruktion des Sachverhalts als abgeschlossen zu betrachten. Die Hypothese eines Amoklaufs könne nicht alle Fragen beantworten oder eine detaillierte Untersuchung ersetzen.
Insbesondere ein Punkt wirft bei der Familie Fragen auf: Der festgenommene 43-jährige Schweizer litt unter psychischen Problemen, wie die Polizei mitteilte. Dennoch besass er die Schusswaffen legal, die Waffenerlaubnis sei vor rund 20 Jahren ausgestellt worden.
«Dieser Sachverhalt muss vollständig aufgeklärt werden, um festzustellen, wie dies möglich war», so der Anwalt der Opfer-Familie. Zudem müsse ermittelt werden, ob die Behörden, die für die Verhinderung einer Gefahrensituation verantwortlich waren, «auf irgendeine Weise haftbar gemacht werden können.»
Die Familie von Maria fordert, dass die Ermittlungen «mit grösster Sorgfalt fortgesetzt und jedes Element geprüft wird». So sollen Ursprung und Umstände des Angriffs aufgeklärt werden.
Die Angehörigen teilen über den Anwalt auch mit: «Bis alle Aspekte des Falles geklärt sind, ist Vorsicht geboten. Es sollten keine voreiligen Schlüsse gezogen werden.»
Eine Tote, sechs Verletzte nach Amok beim Rave
In der Nacht von Samstag auf Sonntag eröffnete der Verdächtige das Feuer auf den Rave auf der Aarauer Pferderennbahn. Insgesamt 40 Schüsse feuerte der Mann ab.
Die in der Schweiz wohnhafte Italienerin Maria starb durch einen Schuss in ein Organ, wie die Polizei mitteilte. Sechs weitere Personen wurden verletzt, zwei befinden sich weiterhin im Spital.











