Energieagentur-Chef: Europa hat noch Treibstoff für 6 Wochen

Etienne Sticher
Etienne Sticher, Laurin Zaugg

Iran,

Nach den gescheiterten Gesprächen blockieren die USA und der Iran die Strasse von Hormus. Es besteht die Hoffnung auf weitere Verhandlungsrunden.

Birol
Fatih Birol (68), Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), schlägt Alarm. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA und der Iran befinden sich in einer temporären Waffenruhe.
  • Erste Gespräche über einen langfristigen Frieden blieben ohne Ergebnis.
  • Die USA blockieren deswegen ebenfalls die Strasse von Hormus.

Letzte Woche einigten sich der Iran und die USA kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums auf eine Feuerpause. Zwei Wochen lang sollen die Waffen ruhen, während die Verhandlungen weitergehen. Erste Gespräche zwischen einer US-Delegation und iranischen Vertretern in Pakistan brachten zwar keine Ergebnisse.

Die Bemühungen der Vermittler laufen jedoch weiter – und US-Vizepräsident JD Vance spricht plötzlich gar von «echten Fortschritten». Mittlerweile gibt es auch Berichte, nach denen die Delegationen am Donnerstag erneut zusammenkommen könnten.

Wie soll die US-Blockade mit chinesischen Iran-Schiffen umgehen?

Die USA haben derweil die Übernahme der Kontrolle in der Strasse von Hormus angekündigt. Laut dem US-Militär soll der Seeverkehr für Schiffe blockiert werden, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Iran drohte mit einer «entschiedenen und kraftvollen Reaktion».

Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die brüchige Waffenruhe auf dem Laufenden.

Energieagentur-Chef: Europa hat noch Treibstoff für 6 Wochen

13.25: Fatih Birol (68), Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), warnt vor einer sich zuspitzenden globalen Energiekrise infolge des Iran-Krieges. Durch die Blockade der Meerenge von Hormus geraten internationale Lieferketten zunehmend unter Druck.

In Europa könnte es laut Birol schon bald, in rund sechs Wochen, zu Engpässen beim Flugtreibstoff kommen, was Flugausfälle zur Folge haben könnte. Besonders betroffen sind jedoch asiatische Länder wie China, Indien oder Japan, da sie stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängig sind.

Birol
Fatih Birol (68), Chef der Internationalen Energieagentur (IEA). - keystone

Je länger die Blockade andauert, desto schwerwiegender werden die Folgen für die Weltwirtschaft. Neben steigenden Preisen für Benzin, Gas und Strom warnt Birol auch vor zunehmendem Inflationsdruck und einer Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums.

Britische Aussenministerin warnt vor Hormus-Zöllen

13.00: Die britische Aussenministerin Yvette Cooper betont, dass wichtige Seewege wie die Strasse von Hormus frei und ohne Zölle nutzbar bleiben müssen. Solche Gebühren würden laut ihr die globale Sicherheit und den Freihandel gefährden.

Mehrere europäische Länder wie Grossbritannien, Frankreich und Deutschland wollen bei einem Treffen in Paris über Massnahmen beraten, um die Schifffahrt nach dem Iran-Krieg zu sichern und die Meerenge schnell wieder zu öffnen. Auch eine internationale Militärmission wird diskutiert.

Ministerin: Netanjahu wird mit Libanons Präsidenten sprechen

10.35: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird heute mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun telefonieren.

Dies sagte Gila Gamliel, Israels Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Technologie, dem israelischen Armeesender. Für ein von US-Präsident Donald Trump angekündigtes hochrangiges Gespräch zwischen Israel und dem Libanon hatte es zunächst aus beiden Ländern keine offizielle Bestätigung gegeben.

Benjamin Netanjahu.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. - keystone

Es wäre das erste bekannte Telefonat zwischen Netanjahu und Aoun. Aus dem Büro des libanesischen Präsidenten hiess es, man habe keine Informationen zu einem solchen Gespräch.

Iran: 26 Millionen Menschen melden sich für Kriegsdienst

03.00: Trotz einer Waffenruhe melden sich nach Angaben des staatlichen Senders Irib immer mehr Iraner freiwillig für den Kriegsdienst. Demnach sollen sich mehr als 26 Millionen Menschen für die Kampagne «Leben opfern» registriert haben.

Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist derzeit nicht möglich. Im Iran leben rund 90 Millionen Menschen.

Laut Staatsfunk sollen die Freiwilligen zusätzlich zu den Truppen der Revolutionsgarden und der Armee eingesetzt werden. Zudem sind Menschenketten zum Schutz möglicher Angriffsziele geplant.

Kommentare

User #4896 (nicht angemeldet)

Sehr gut.

User #4649 (nicht angemeldet)

Dann kann man vielleicht wieder einen schön blauen Himmel sehen. Danke.

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