Schweizer Armee

Netanjahu: Armee bleibt in Pufferzone in Libanon

Etienne Sticher
Etienne Sticher, Laurin Zaugg

Iran,

Nach den gescheiterten Gesprächen blockieren die USA und der Iran die Strasse von Hormus. Es besteht die Hoffnung auf weitere Verhandlungsrunden.

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Israel und der Libanon haben sich auf eine zehntägige Waffenruhe geeinigt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA und der Iran befinden sich in einer temporären Waffenruhe.
  • Erste Gespräche über einen langfristigen Frieden blieben ohne Ergebnis.
  • Die USA blockieren deswegen ebenfalls die Strasse von Hormus.

Letzte Woche einigten sich der Iran und die USA kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums auf eine Feuerpause. Zwei Wochen lang sollen die Waffen ruhen, während die Verhandlungen weitergehen. Erste Gespräche zwischen einer US-Delegation und iranischen Vertretern in Pakistan brachten zwar keine Ergebnisse.

Die Bemühungen der Vermittler laufen jedoch weiter – und US-Vizepräsident JD Vance spricht plötzlich gar von «echten Fortschritten». Mittlerweile gibt es auch Berichte, nach denen die Delegationen am Donnerstag erneut zusammenkommen könnten.

Wie soll die US-Blockade mit chinesischen Iran-Schiffen umgehen?

Die USA haben derweil die Übernahme der Kontrolle in der Strasse von Hormus angekündigt. Laut dem US-Militär soll der Seeverkehr für Schiffe blockiert werden, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Iran drohte mit einer «entschiedenen und kraftvollen Reaktion».

Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die brüchige Waffenruhe auf dem Laufenden.

USA veröffentlichten Sechs-Punkte-Plan zu Libanon-Waffenruhe

22.59: Nach der Ankündigung einer Waffenruhe im Libanon durch Donald Trump hat das US-Aussenministerium die Abmachung zwischen Israel und dem Libanon öffentlich gemacht.

Zu den sechs vereinbarten Punkten gehört demnach, dass die libanesische Regierung mit internationaler Hilfe die Hisbollah daran hindert, vom Libanon aus Angriffe gegen israelische Ziele durchzuführen. Israel verzichtet währenddessen auf «offensiven Militäroperationen» gegen libanesische Ziele.

Iran begrüsst Libanon-Waffenruhe

22.55: Der Iran hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Waffenruhe im Libanon als wichtigen Schritt für den regionalen Frieden begrüsst. Teheran habe in den Gesprächen mit den USA auf eine umfassende Waffenruhe gedrängt und das Thema auch immer wieder in den Verhandlungen mit den USA angesprochen, sagte der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ismail Baghai, im Staatssender Irib.

Neuer Raketenbeschuss Israels durch Hisbollah

22.35: Vor Beginn einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten Waffenruhe hat die libanesische Hisbollah-Miliz erneut zahlreiche Raketen auf Israel abgefeuert. In mehreren Orten im Norden Israels heulten Warnsirenen.

Nach Angaben des Nachrichtenportals «ynet» wurden rund zehn Geschosse auf die israelische Küstenstadt Naharija abgefeuert. Die meisten davon seien von Israels Raketenabwehr abgefangen worden.

Trump stellt baldige Einigung mit Iran in Aussicht

21.41: Trotz der erfolglosen ersten Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts rechnet US-Präsident Donald Trump mit einer baldigen Einigung.

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US-Präsident Donald Trump wirft dem Iran den Bruch der Waffenruhe vor. - keystone

«Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen», sagte er vor seinem Abflug nach Las Vegas zu Reportern vor dem Weissen Haus. Sollte es nötig sein, werde er auch die noch bis kommenden Mittwoch dauernde Waffenruhe verlängern.

Im Falle einer Einigung erwägt Trump, selbst zur Vertragsunterzeichnung in die pakistanische Hauptstadt Islamabad zu reisen, wo Delegationen beider Länder am vergangenen Wochenende zu einer ersten Verhandlungsrunde zusammengekommen waren. Ein Ergebnis wurde dabei allerdings nicht erzielt.

Iran lockert Sperren: Internet und Auslandstelefonate teils zurück

21.33: Erstmals seit Kriegsbeginn sind wieder Telefonate aus dem Ausland in den Iran möglich. Auch der Zugang zum Internet wurde in begrenztem Umfang wieder freigeschaltet. Medienberichten zufolge liess die Regierung «im Zuge der schrittweisen Lockerung der Kommunikationsbeschränkungen» internationale Anrufe auf Festnetzanschlüsse wieder zu – Anrufe auf Mobiltelefone bleiben jedoch gesperrt.

Libanons Armee rät Anwohnern vor Waffenruhe zur Vorsicht

21.00: Die staatliche Armee im Libanon hat Anwohnern wenige Stunden vor der angekündigten Waffenruhe zur Vorsicht geraten. Die Armee empfahl den durch Angriffe vertriebenen Menschen, mit der Rückkehr in ihre Häuser im Süden bis zum Inkrafttreten der Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz zu warten. Anwohner sollten sich auch keinen Gebieten nähern, in die israelische Truppen vorgedrungen seien, hiess es.

Netanjahu: Armee bleibt während Waffenruhe in Pufferzone

20.30: Benjamin Netanjahu hat eine zehntägige Waffenruhe im Konflikt mit der libanesischen Hisbollah-Miliz bestätigt. «Ich habe einer vorübergehenden Feuerpause von zehn Tagen zugestimmt», sagte Netanjahu in einer Videobotschaft.

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Benjamin Netanjahu bestätigt die zehntägige Feuerpause. - keystone

Ziel sei es, Gesprächen über ein Friedensabkommen mit dem Libanon eine Chance zu geben, die mit einem Treffen der Gesandten beider Länder in Washington begonnen hätten. Israel habe dabei zwei zentrale Forderungen: eine Entwaffnung der Hisbollah und die Vereinbarung eines dauerhaften Friedens beider Staaten.

Während der Waffenruhe werde die israelische Armee in einer «verstärkten Sicherheitszone» im Südlibanon bleiben. Diese reiche vom Mittelmeer bis zur syrischen Grenze und sei etwa zehn Kilometer breit. Dies diene dem Schutz der Ortschaften im Norden Israels vor Hisbollah-Angriffen.

Hisbollah lässt Einhaltung der Waffenruhe offen

19.55: Die Hisbollah-Miliz hat zunächst offengelassen, ob sie sich an die von Donald Trump verkündete Waffenruhe im Libanon halten wird.

Jede Waffenruhe müsse «umfassend für das gesamte libanesische Gebiet» gelten und dürfe keinerlei Truppenbewegungen Israels zulassen, teilte die proiranische Miliz mit. «Die anhaltende israelische Besatzung auf unserem Land gibt dem Libanon und seinem Volk das Recht, Widerstand zu leisten.» Über diese Frage – also über den weiteren Kampf gegen Israel – werde «je nach Entwicklung der Ereignisse entschieden».

Berichte: Israels Truppen bleiben während Waffenruhe im Südlibanon

19.20: Benjamin Netanjahu hat die Armee laut Medienberichten angewiesen, die Bodentruppen während der zehntägigen Waffenruhe im Südlibanon zu belassen. Netanjahu habe dies im Gespräch mit Ministern gesagt, berichtete der israelische TV-Sender N12.

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Benjamin Netanjahu will seine Soldaten im Südlibanon lassen. - keystone

Auch das Portal «ynet» und die Zeitung «Haaretz» berichteten über entsprechende Pläne. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Schweiz begrüsst für Libanon angekündigten Waffenstillstand

19.15: Die Schweiz begrüsst den am Donnerstag durch US-Präsident Donald Trump angekündigten Waffenstillstand zwischen dem Libanon und Israel. Das Aussendepartement rief alle Parteien dazu auf, den Waffenstillstand «vollständig zu respektieren», wie es auf der Plattform X mitteilte.

Die Gelegenheit solle genutzt werden, um auf eine dauerhafte politische Lösung voranzugehen. Dies «unter voller Achtung der Souveränität und der territorialen Integrität des Libanon», wie das eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten weiter mitteilte.

Trump sagt, Libanon und Israel hätten eine zehntägige Waffenruhe vereinbart.

18.00: Donald Trump hat erklärt, Libanon und Israel hätten einer zehntägigen Waffenruhe zugestimmt. Der libanesische Präsident Joseph Aoun und Benjamin Netanjahu erzielten die Einigung nach einem Gespräch mit dem US-Präsidenten, wie Trump auf Truth Social mitteilte.

Die Waffenruhe tritt um 17 Uhr US-Ostküstenzeit in Kraft.

US-Vizepräsident JD Vance und Aussenminister Marco Rubio werden nun mit den beiden Ländern zusammenarbeiten, «um einen dauerhaften Frieden zu erreichen», sagte Trump.

Trump wiederholte daraufhin seine oft gebrauchte Phrase, er habe neun Kriege gelöst, und «dies wird mein zehnter sein».

Energieagentur-Chef: Europa hat noch Treibstoff für 6 Wochen

13.25: Fatih Birol (68), Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), warnt vor einer sich zuspitzenden globalen Energiekrise infolge des Iran-Krieges. Durch die Blockade der Meerenge von Hormus geraten internationale Lieferketten zunehmend unter Druck.

In Europa könnte es laut Birol schon bald, in rund sechs Wochen, zu Engpässen beim Flugtreibstoff kommen, was Flugausfälle zur Folge haben könnte. Besonders betroffen sind jedoch asiatische Länder wie China, Indien oder Japan, da sie stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängig sind.

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Fatih Birol (68), Chef der Internationalen Energieagentur (IEA). - keystone

Je länger die Blockade andauert, desto schwerwiegender werden die Folgen für die Weltwirtschaft. Neben steigenden Preisen für Benzin, Gas und Strom warnt Birol auch vor zunehmendem Inflationsdruck und einer Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums.

Britische Aussenministerin warnt vor Hormus-Zöllen

13.00: Die britische Aussenministerin Yvette Cooper betont, dass wichtige Seewege wie die Strasse von Hormus frei und ohne Zölle nutzbar bleiben müssen. Solche Gebühren würden laut ihr die globale Sicherheit und den Freihandel gefährden.

Mehrere europäische Länder wie Grossbritannien, Frankreich und Deutschland wollen bei einem Treffen in Paris über Massnahmen beraten, um die Schifffahrt nach dem Iran-Krieg zu sichern und die Meerenge schnell wieder zu öffnen. Auch eine internationale Militärmission wird diskutiert.

Ministerin: Netanjahu wird mit Libanons Präsidenten sprechen

10.35: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird heute mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun telefonieren.

Dies sagte Gila Gamliel, Israels Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Technologie, dem israelischen Armeesender. Für ein von US-Präsident Donald Trump angekündigtes hochrangiges Gespräch zwischen Israel und dem Libanon hatte es zunächst aus beiden Ländern keine offizielle Bestätigung gegeben.

Benjamin Netanjahu.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. - keystone

Es wäre das erste bekannte Telefonat zwischen Netanjahu und Aoun. Aus dem Büro des libanesischen Präsidenten hiess es, man habe keine Informationen zu einem solchen Gespräch.

Iran: 26 Millionen Menschen melden sich für Kriegsdienst

03.00: Trotz einer Waffenruhe melden sich nach Angaben des staatlichen Senders Irib immer mehr Iraner freiwillig für den Kriegsdienst. Demnach sollen sich mehr als 26 Millionen Menschen für die Kampagne «Leben opfern» registriert haben.

Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist derzeit nicht möglich. Im Iran leben rund 90 Millionen Menschen.

Laut Staatsfunk sollen die Freiwilligen zusätzlich zu den Truppen der Revolutionsgarden und der Armee eingesetzt werden. Zudem sind Menschenketten zum Schutz möglicher Angriffsziele geplant.

Kommentare

User #4745 (nicht angemeldet)

Die USA sind kein Anrainer des Persischen oder Arabischen Golfes, auch nicht des Golfs von Oman oder gar der Strasse von Hormus. Die haben dort nichts verloren und insbesondere nichts zu blockieren. Wenn dort amerikanische Schiffe private Transportschiffe blockieren oder bedrohen, dann gehören die verantwortlichen Amerikaner vors Gericht.

User #3892 (nicht angemeldet)

Der Bibi schützt sein Volk, EU sollte sich ein Beispiel nehmen

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