Wahlforscher führen das eher magere Ergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl auf Skepsis in der Bevölkerung vor einer grüngeführten Regierung zurück.
Die Grünen-Vorsitzenden Habeck und Baerbock
Die Grünen-Vorsitzenden Habeck und Baerbock - POOL/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • «Viele sind doch noch abgesprungen».

Der Anteil der Bevölkerung, der «Nachteile» von den Grünen erwartet habe, sei «bemerkenswert hoch» gewesen, sagte die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, am Montag. Es habe viele Wähler gegeben, «die doch noch abgesprungen sind».

Auch hätten Spekulationen über ein rot-rot-grünes Bündnis die Grünen letztlich viele Wähler gekostet. Eine Mehrheit sei der Meinung gewesen, dass ein solches Bündnis Deutschland «schaden» würde, sagte Köcher.

Die Demoskopin erinnerte daran, dass die Grünen im Wahlkampf zunächst in mehreren Phasen Unterstützung aufgebaut hätten, vor allem durch das immer bedeutender werdende Thema Klima. Köcher sprach von einem «richtigen Hype» für die Grünen zwischen Januar und April und einem anschliessenden Rückgang in den Monaten danach, der «sicher auch die Grünen selbst überrascht hat». Ein Grund für die Trendumkehr sei auch gewesen, dass die SPD zuletzt immer mehr Zuspruch erfahren habe und sich dies «auch auf die Grünen auswirkte».

Zwar fuhren die Grünen am Sonntag mit 14,8 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte ein, dennoch blieben sie damit hinter ihren Erwartungen. Im Frühjahr etwa hatten die Grünen zeitweise Umfragewerte von 28 Prozent, womit sie kurzzeitig die Union überholten.

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