Chamenei droht Strasse von Hormus länger zu schliessen
Iran hat eine neue Angriffswelle gegen die Öl‑Infrastruktur der Golfstaaten gestartet. Religionsführer Chamenei droht, die Strasse von Hormus länger zu sperren.

Der neue oberste Anführer des Iran, Modschtaba Chamenei, hat sich erstmals öffentlich geäussert. Seine Botschaft wurde am Donnerstag im iranischen Staatsfernsehen verlesen, berichtet das «ZDF».
Chamenei selbst trat dabei weder auf noch verlas er die Erklärung persönlich. Seit seiner Ernennung am Montag mied er die Öffentlichkeit vollständig.
Der 56-Jährige fordert eine fortgesetzte Schliessung der Strasse von Hormus. Der Hebel der Blockade müsse auf jeden Fall genutzt werden, lautet sein Statement.
Blockade der Hormus-Strasse als strategisches Druckmittel des Iran
Durch die Meerenge vor der iranischen Küste wird ein Fünftel des weltweiten Erdölbedarfs verschifft, berichtet der «ORF».
Die Blockade hat bereits massive Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte.
Die Internationale Energie-Agentur sprach von einer beispiellosen Störung der Ölversorgung, wie das «ZDF» meldet. Der Ölpreis stieg zeitweise wieder über 100 Dollar.
Angriffe auf Öl-Infrastruktur gehen weiter
Iran startete eine neue Angriffswelle gegen die Ölinfrastruktur in den Golfstaaten. In Bahrain wurden Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen angegriffen, schreibt das «ZDF».
Im Oman trafen mutmasslich iranische Drohnen Treibstofftanks im Hafen von Salala. Der Golf-Kooperationsrat verurteilte die Attacke scharf.
Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf kam mindestens ein Mensch ums Leben. Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern verletze die Souveränität des Landes, so die irakische Regierung.
Chamenei fordert Schliessung von US-Basen
Der oberste Führer verlangt von den Golfstaaten die Schliessung aller US-Militärstützpunkte in der Region. Diese würden vom Iran angegriffen werden, heisst es in der Erklärung, meldet das «Handelsblatt».

Zugleich versicherte Chamenei den Nachbarstaaten eine Politik der Freundschaft Die Angriffe richteten sich ausschliesslich gegen die amerikanischen Stützpunkte.
Der versprochene US-Schutz sei nichts als eine Lüge, erklärte der iranische Religionsführer.
Schifffahrt praktisch zum Erliegen gekommen
Der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus ist praktisch zum Erliegen gekommen, meldet der «ORF». Viele Schiffe liegen vor Anker und warten ab.
Ein unter thailändischer Flagge fahrender Frachter wurde nahe der Meerenge von iranischen Raketen getroffen. Die «Mayuree Naree» geriet in Brand, die Besatzung konnte gerettet werden, berichtet das «ZDF».
Seit Kriegsbeginn wurden laut der britischen Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt 16 Schiffe attackiert. Der UNO-Sicherheitsrat forderte ein Ende der iranischen Angriffe, schreibt der «ORF».












