Bürgerinnen und Bürger wenden sich häufiger an Petitionsausschuss des Bundestags

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Im Corona-Jahr 2020 haben sich mehr Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen an den Petitionsausschuss des Bundestags gewandt als im Vorjahr.

    Plenum des Bundestags
    Plenum des Bundestags - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Etwa 14.300 Petitionen gehen 2020 ein - rund 15 Prozent davon mit Corona-Bezug.

    Im Jahresverlauf seien rund 14.300 Petitionen bei dem Ausschuss eingegangen - nach etwa 13.500 im Jahr zuvor, wie der Vorsitzende Marian Wendt (CDU) am Mittwoch mitteilte. Mit der Steigerung habe sich der Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt. Rund 1800 der eingereichten Petitionen hätten mit dem Thema Corona zu tun gehabt.

    Trotz der regen gesellschaftlichen Debatten über die Pandemiepolitik habe sich der Tonfall der Eingaben im Grossen und Ganzen «nicht verschärft», sagte Wendt. Der Ton sei «vielmehr nicht mehr so aggressiv, wie er beim Thema Migration war». Er habe 2020 - anders als in den Vorjahren - keine Strafanzeige gestellt wegen Beleidigungen in Eingaben von Bürgerinnen und Bürgern.

    Auch die stellvertretende Ausschussvorsitzende Martina Stamm-Fibich (SPD) sagte: «Diese beleidigende Art hat abgenommen.»

    Bürgerinnen und Bürger können über den Bundestags-Petitionsausschuss eigene Anregungen für die Politik zur Diskussion stellen. Wenn die Petition im Internet eine Zahl von 50.000 Mitzeichnern erreicht, muss der Petitionsausschuss darüber befinden, ob sie im Parlament öffentlich beraten wird. Diese Schwelle überstiegen im vergangenen Jahr 14 Petitionen.

    Die abermals gestiegene Zahl der Eingaben zeige, «dass wahrgenommen wird, wie Petitionen beim Deutschen Bundestag zu Veränderungen führen, Gesetzesinitiativen beeinflussen und in vielen Einzelfällen schon Abhilfe geschaffen haben», erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Petitionen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gero Storjohann. «So wurde die Forderung mehrerer Petentinnen und Petenten, Kinder besser vor sexuellem und körperlichem Missbrauch zu schützen, im März 2021 per Gesetz verabschiedet.»

    Mit Skepsis verwies Storjohann darauf, dass es inzwischen Marketingabteilungen von Unternehmen gebe, die Petitionen für ihre Interessen nutzen. Derartige Eingaben seien zwar «vor dem Hintergrund des sehr weitreichenden Petitionsrechts legitim», erklärte er. «Eine Kommerzialisierung des parlamentarischen Petitionswesens sehen wir gleichwohl kritisch.»

    Die Grünen forderten derweil, das Petitionsrecht in der nächsten Legislaturperiode «zu einem echten Beteiligungsinstrument weiterzuentwickeln». Eingeführt werden müssten unter anderem öffentliche Ausschusssitzungen mit Petenten, Regierungsvertretern und Sachverständigen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    SRF
    80 Interaktionen
    Satire-Video
    Lange Hitzeperioden begünstigen Aggressionen und Gewalt. Polizei und Opferhilfe
verzeichnen im Kanton St.Gallen deutlich mehr Fälle als im Vorjahr. - zVg
    17 Interaktionen
    Stressfaktor

    MEHR IN POLITIK

    Familienzeit
    9 Interaktionen
    Bern
    3 Interaktionen
    Paris
    83 Interaktionen
    Bern/Brüssel

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    1 Interaktionen
    Zwingen BL
    14 Interaktionen
    Flensburg
    Rhein
    13 Interaktionen
    Köln/Kaub
    Tanken
    20 Interaktionen
    Berlin