Austritt der USA aus Pariser Klimaabkommen tritt in Kraft

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Bern,

Die USA sind offiziell aus dem Pariser Klimaauskommen ausgeschieden – damit wird US-Präsident Donald Trumps Abkehr vom Kampf gegen den Klimawandel offiziell. Am Tag seiner erneuten Amtseinführung im Januar 2025 hatte er eine Verfügung zur Kündigung des Abkommens unterzeichnet, mit dem die Weltgemeinschaft die Erderwärmung in den Griff bekommen und die schlimmsten Folgen abwenden will.

USA Pariser Klimaabkommen
Die USA sind offiziell aus dem Pariser Klimaauskommen ausgeschieden. - keystone

Nach Angaben des UN-Klimasekretariats wird der Schritt nun zum heutigen 27. Januar wirksam – genau ein Jahr, nachdem das Schreiben bei den Vereinten Nationen eingegangen ist.

Konkret bedeutet dies, dass sich die USA nicht mehr daran gebunden sehen, Massnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung umzusetzen. Auch bei den internationalen Klimakonferenzen sind sie nicht mehr dabei. Und: Mit dem US-Rückzug fehlt sehr viel Geld – etwa bei der für die ärmeren Länder so wichtigen Unterstützung bei Klimaschutz und Anpassung an die steigenden Temperaturen und ihre Folgen.

Die USA sind weltweit der zweitgrösste Produzent von Treibhausgasen nach China. Die Klima-Kehrtwende hat daher drastische Folgen. Nach Berechnung der Vereinten Nationen steuert die Welt mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Der Austritt der USA aus dem Klimaabkommen werde mit 0,1 Grad negativ ins Gewicht fallen, heisst es in einer UN-Schätzung. Jedes Zehntelgrad Erwärmung bedeutet Klimaforschern zufolge verheerendere Klimafolgen.

«US-Präsident Donald Trump vollzieht mit dem Austritt einen geopolitischen Brandanschlag auf die regelbasierte Weltordnung, nur um mächtigen Wahlkampfhelfern der Öl- und Gasindustrie wieder Tür und Tor zu öffnen», sagte der Chef von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, der Deutschen Presse-Agentur. Europa brauche nun statt Schockstarre «starke Allianzen für den klaren Kurs in Richtung Klimaschutz». Klimaziele infrage zu stellen, wäre «absolut die falsche Reaktion und ein Kniefall vor Trump».

Auch in seiner ersten Amtszeit hatte Trump die USA bereits aus dem Pariser Klimaabkommen geführt. Unter seinem Nachfolger Joe Biden traten sie jedoch wieder ein.

Vor wenigen Wochen kündigte die Trump-Regierung an, auch die Klimarahmenkonvention – gewissermassen das Grundgerüst der internationalen Klimapolitik – und den Weltklimarat (IPCC) zu verlassen.

Kommentare

User #715 (nicht angemeldet)

Viele reden davon, die Welt zu retten. Das klingt gross, ist aber ungenau. Die Erde braucht keine Rettung. Sie hat Eiszeiten, Asteroideneinschläge und Massenaussterben überlebt. Sie wird auch den Menschen überleben. In Gefahr ist nicht der Planet, sondern unsere Lebensweise, unsere Sicherheit, unsere Zivilisation. Wir verwechseln das Schicksal der Erde mit unserem eigenen. Wir machen uns zum Mittelpunkt des Universums und nennen es Verantwortung. Das ist kein Altruismus, sondern eine subtile Form von Egozentrismus. Die Natur urteilt nicht. Wenn Vulkane ausbrechen oder Fluten Städte zerstören, ist das kein moralisches Ereignis, sondern ein Prozess. Nur wir machen daraus ein Drama, weil wir glauben, das Universum müsse sich nach uns richten. Darum die ehrliche Frage: Was wollt ihr schützen? Den Planeten, der auch ohne uns weiterexistiert? Die Natur, die sich immer neu ordnet? Oder unsere Lebensweise, unseren Wohlstand und die Ordnung unserer Gesellschaft? Daran ist nichts falsch. Aber nennt es beim Namen. Nicht die Welt ist bedroht. Sondern unser Bild von uns selbst als Mittelpunkt der Geschichte.

User #1757 (nicht angemeldet)

Pariser Abkommenmehen, von Schmalhirni's für Schmalhirni's...🤣!

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