Bernerin erfüllt sich Traum – Tauchressort im Inselparadies

Redaktion
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Bern,

Auf einer kleinen, abgeschiedenen Insel in Indonesien hat sich die Bernerin Liliane Hennicke den Traum eines eigenen Tauchressorts verwirklicht.

Savu Indonesien Tauchen
Lily Hennicke begleitet ihre Gäste zu den schönsten Tauchplätzen. - Anita Suter

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bernerin Liliane Hennicke hat in Indonesien ihr eigenes Tauchresort aufgebaut.
  • Das Leben im Paradies ist mit viel harter Arbeit verbunden.
  • Wir haben Liliane und ihren Mann Johannes in South Alor besucht.

Gerade noch hat uns Liliane – oder Lily, wie sie hier gemeinhin genannt wird – strahlend auf dem Steg ihres kleinen Taucherparadieses, zwischen weissem Sandstrand und türkisglitzerndem Meer empfangen. Nun führt uns die Bernerin mit sanften Flossenschlägen die farbenfrohe Riffwand entlang.

Knapp eine Stunde lang bewegen wir uns zwischen bunten Korallen und geschäftigen Fischen. Auf der Rückfahrt im Boot begegnen wir Delfinen. Und nicht nur zehn oder zwölf: Ein sogenannter Mega Pod mit Hunderten von Tieren tummelt sich um unser kleines Gefährt. «Die sehen wir öfters», lächelt Lily. Je nach Jahreszeit würden auch Wale vorbeiziehen.

Platz für 14 Gäste

Um ihre Leidenschaft für die indonesische Unterwasserwelt mit Gästen aus aller Welt zu teilen, haben die Bernerin und ihr deutscher Mann Johannes auf der kleinen Insel Alor ihren Traum eines eigenen kleinen Tauchresorts verwirklicht. In fünfter Saison empfängt das SAVU South Alor mittlerweile Tauch- und Schnorchelgäste.

Hotel Indonesien SAVU
Das Resort liegt direkt am Wasser und bietet Platz für bis zu 14 Gäste – verteilt auf schicke Beach Cottages und Cliff-Villen aus Teakholz. - Anita Suter

Das Resort liegt direkt am Wasser und bietet Platz für bis zu 14 Gäste. Verteilt auf schicke Beach Cottages und Cliff-Villen aus Teakholz. Im Gemeinschaftsbereich mit Pool und Blick aufs Meer hängt eine Schweizer Kuhglocke – sie wird geläutet, wenn ein Wal gesichtet wird.

Ein Aufenthalt in diesem schmucken, durchdachten und ausgesprochen komfortablen Resörtchen mitten im Nirgendwo zu machen hat etwas wahrhaftiges Paradiesisches. Doch dahinter steckt viel Arbeit.

Viel investiert

«Als wir hier anfingen, hatten wir nicht mal ein Handysignal», blickt Lily zurück auf die Zeit, in der sie das Resort zusammen mit ihrem Mann und einheimischen Mitarbeitern eigenhändig aufgebaut hat. «Da sind wir dann einmal pro Woche in den nächsten Ort gefahren, um unseren Leuten zuhause ein Lebenszeichen zu schicken», erzählt sie.

Sämtliches Material musste auf dem Wasserweg hergebracht werden – denn eine funktionale Strasse gibt es nicht. Und nachts, so erzählt Lily, hätten sie damals ohne Klimaanlage trotz grosser Erschöpfung manchmal kaum ein Auge zugetan. Ein Grossteil der mehrjährigen Bauarbeiten fand während der Pandemie statt.

Savu Indonesien Tauchresort
Hier wird gefrühstückt. - Anita Suter

Die Hennickes hatten jahrelang Erfahrung im Tauch- und Reisebusiness gesammelt, auf Tauchbasen und Tauchschiffen gearbeitet und wussten, welche Details ihnen besonders wichtig sind.

Als es die Eröffnung näher rückte, kam Lily vor allem auch ihre Erfahrung als Mitarbeiterin von Manta Reisen, dem auf Tauchreisen spezialisierten Reiseveranstalter in der Heimat zugute: «Ich hatte dadurch bereits den Blick hinter die Kulissen, kannte die Zusammenhänge und Buchungsabläufe.»

Den Tourismus mitgestalten

Für erfahrene und strömungserprobte Taucherinnen und Taucher ist die Unterwasserwelt von Alor mit ihren farbenfrohen und belebten Riffen eine Traumdestination. «Auch ich muss immer noch staunen», hält Lily nach unserem gemeinsamen Tauchgang mit bunten Meeresschnecken, riesigen Langusten und einer Meeresschildkröte fest.

Gerade auch deshalb ist den Hennickes klar, welche Risiken der Tourismus für diesen weitgehend noch unberührten Fleck Erde und seine Tauchgründe birgt.

Savu Tauchresort Indonesien
Wenn ein Wal gesichtet wird, läuten Lily und Johannes die Kuhglocke. - Anita Suter

«Wir sind uns völlig bewusst, was hier droht», bestätigt Johannes. «Der Tourismus wird hierherkommen, das ist keine Frage. Aber so haben wir die Möglichkeit, ihn mitzugestalten. Und wir können unser Bestes tun, um ihn in die richtigen Bahnen zu lenken.» In Zusammenarbeit mit der lokalen Regierung konnten zum Beispiel verbindliche Regeln für Wal- und Delfinbeobachtungstouren in der gesamten Provinz erwirkt werden.

Solarstrom, Kläranlagen, eigener Garten

Im SAVU selbst steht der nachhaltige Umgang mit Ressourcen an der Tagesordnung; Das Resort wird fast komplett mit Solarstrom versorgt und die aus einheimischen Teak-Holz gefertigten Cottages und Villen verfügen über eine jeweils eigene Kläranlage. Was auf die Teller kommt, ist in der Mehrheit vegetarisch oder enthält Zutaten aus dem Meer.

Tauchen Indonesien SAVU
Die Unterwasserwelt ist ein Traum. Man trifft auf Wale, aber auch auf Pygmäensternschnecken. - Anita Suter

Fisch bezieht das Küchenteam von lokalen Fischern, die ihren Tagesfang direkt aus dem Boot am Resort-Steg oder -Strand anbieten. Die Eier stammen aus einem Projekt, bei dem man ehemaligen Haifisch-Jägern damit eine alternative Einkommensquelle geschaffen hat.

Tauchresort Indonesien SAVU
Vieles wächst im eigenen Garten. - Anita Suter

Und Vieles von dem, was auf den Tellern landet, wächst direkt im Garten des SAVU Resorts. «Die Papayas muss ich einfach jeweils rechtzeitig ernten. Sonst kommt mir die Zibetkatze zuvor», erzählt Lily augenzwinkernd von den nicht ganz alltäglichen Herausforderungen einer Auslandbernerin.

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