Im Kampf gegen den Klimawandel erreicht Australien einen Meilenstein: Erstmals in der Geschichte des Landes stimmte das Repräsentantenhaus für ein Klimagesetz.
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Der australische Premier Anthony Albanese spricht im Repräsentantenhaus in Canberra. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Australiens Repräsentantenhaus hat erstmals ein Klimagesetz verabschiedet.
  • Dabei wird der Fokus auf die Senkung der Treibhausgase um 43 Prozent bis 2030 gelegt.
  • In diesem Jahr kämpfte das Land gegen mehrere starke Überschwemmungen und Buschbrände.

Das Repräsentantenhaus in Australien hat zum ersten Mal in der Geschichte des Landes ein Klimagesetz verabschiedet. Mit 89 gegen 55 Stimmen wurde der Gesetzentwurf nach mehreren Änderungen am Donnerstag in der Hauptstadt Canberra angenommen.

Die im Mai angetretene Labor-Regierung will damit ihre Vorhaben im Kampf gegen den Klimawandel in einem nationalen Gesetz verankern. Dabei soll der Fokus auf eine Senkung der CO2-Emissionen um 43 Prozent bis 2030 gelegt werden. Das Gesetz wird Mitte September noch der zweiten Parlamentskammer, dem Senat, vorgelegt.

australien überschwemmungen
Überschwemmung in Australien in Lawrence Anfang März 2022. - AFP/Archiv

Das Klimagesetz ist für das vom Klimawandel besonders gebeutelte Land ein wichtiger Meilenstein. In diesem Jahr gab es bereits mehrmals heftige Überschwemmungen. Auch Buschbrände könnten im Zusammenhang mit höheren Temperaturen und längeren Trockenzeiten weiter zunehmen.

Kohleabbau bis auf Weiteres nicht gestoppt

Premierminister Anthony Albanese sprach nach der Abstimmung von der «Erfüllung eines Kernversprechens», das seine Partei den Wählern gemacht hatte. Die konservative Vorgängerregierung von Scott Morrison stand wegen ihrer zögerlichen Haltung in der Klimapolitik massiv in der Kritik. Allerdings sagte auch Albanese zuletzt in einem Interview mit ABC, dass er den von Klimaexperten kritisierten Kohleabbau nicht stoppen wolle. Die Wirtschaft soll dadurch nicht belastet werden.

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Der Partei-Vorsitzende der australischen Grünen, Adam Bandt, an einer Medienkonferenz. - keystone

Bis zuletzt war unklar, ob auch die Grünen das Gesetz mittragen würden. In wochenlangen Verhandlungen hatte die Partei zunächst darauf gedrängt, den Ausstoss von Treibhausgasen sogar um 75 Prozent zu senken. Dies lehnte Labor allerdings ab. Erst am Mittwochabend sicherte Grünen-Chef Adam Bandt die Unterstützung seiner Partei schliesslich zu.

Bandt erklärte am Donnerstag, es bleibe aber wichtig, möglichst schnell zu handeln: «Wenn wir die 2-Grad-Marke erreichen, müssen wir dem Great Barrier Reef Lebewohl sagen. Teile Australiens könnten unbewohnbar werden, wenn wir darüber hinausgehen», warnte er. Auch parteilose Politiker betonten, dass die Emissionsziele als Minimum mit viel Luft nach oben verstanden werden müssten.

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