Aus drei mach viele: Türkei will neuen Militärpakt erweitern

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Türkei,

Geht es nach der türkischen Regierung, sollte das gerade erst ins Leben gerufene Verteidigungsbündnis mit Pakistan und Saudi-Arabien um zusätzliche Länder erweitert werden.

ARCHIV - Hakan Fidan, Außenminister der Türkei, nimmt an einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Wadephul im Außenministerium teil. Foto: Michael Kappeler/dpa
ARCHIV - Hakan Fidan, Außenminister der Türkei, nimmt an einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Wadephul im Außenministerium teil. Foto: Michael Kappeler/dpa - Keystone/dpa/Michael Kappeler

Das sei der ausdrückliche Wunsch von Präsident Recep Tayyip Erdogan, sagte Aussenminister Hakan Fidan der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. «Unter der Vision unseres Präsidenten sollten wir uns nicht auf drei Länder beschränken. Wir sollten wachsen und, falls nötig, alle Länder unter diesen Schirm holen.» Mehrere Staaten hätten bereits Interesse signalisiert – und er glaube, dass langfristig auch Ägypten beitreten werde, sobald «einige technische Hürden» überwunden seien.

Die Türkei habe gute Beziehungen mit fast allen Ländern in der Region, betonte Fidan. Aber ohne institutionellen Rahmen könne sich das jederzeit wieder ändern. Das «historische» Abkommen sei ein Meilenstein auf dem Weg zu dauerhafter Stabilität in einer Region, die nach dem Ende des Osmanischen Reiches im Jahr 1922 von Instabilität geprägt gewesen sei. Die Türkei und ihre Nachbarn müssten selbst institutionelle Mechanismen schaffen, um Sicherheit, wirtschaftliche Stabilität, Entwicklung und Wohlstand zu garantieren. «Externe Grossmächte, die in die Region kommen, lösen die Probleme nicht. Sie machen sie nur noch schlimmer, und die Kosten werden sehr hoch.»

Die Atommacht Pakistan, das einflussreiche Königreich Saudi-Arabien und die zur Nato gehörende Türkei hatten das Verteidigungsbündnis zur gegenseitigen Unterstützung am Freitag gegründet – in einer Zeit, in der die Spannungen am Golf stark zunehmen. Der «Mekka-Verteidigungspakt» wurde in der gleichnamigen saudi-arabischen Stadt von den Staats- und Regierungschefs der Länder unterzeichnet und soll gemeinsamen Sicherheitsinteressen dienen.

Laut den Bündnispartnern wird fortan jeder bewaffnete Angriff auf einen von ihnen als Attacke auf alle drei Staaten gewertet. Weitere Details über die Inhalte des Paktes oder die konkrete Ausgestaltung der gegenseitigen Hilfe im Angriffsfall wurden nicht bekannt.

Von Geheimdiensthilfe bis Rüstungskooperation

Fidan zog einen Vergleich zur Beistandsklausel in Artikel 5 des Nordatlantikpakts, mit dem sich die Nato-Staaten ebenfalls gegenseitige Unterstützung im Angriffsfall zusichern und so potenzielle Feinde abschrecken. Jedes der drei Länder des «Mekka-Verteidigungspakts» könne, je nach Bedrohungslage, verschiedene Arten von Unterstützung anfordern – von Geheimdiensthilfe, Logistik und Munition bis hin zu Militäreinheiten. Auch bei der Kommandostruktur werde es Ähnlichkeiten zur Nato geben, sagte Fidan.

Dem Bündnis gehe es nicht zuletzt darum, dass die Streitkräfte der Mitgliedstaaten effektiv zusammenarbeiten können, auch wenn sie unterschiedlich organisiert sind. Gemeinsames Training von Soldaten, Übungsmanöver und vor allem Rüstungskooperation würden ebenfalls dazugehören, erläuterte der Minister.

Kommentare

User #6142 (nicht angemeldet)

Das Büdnis der Schweinevegetarier

User #5947 (nicht angemeldet)

Nach dem Rohrkrepierer zur Beseitigung Assads ist man zum Dank nun selber auf der israelischen Speisekarte gelandet, dafür erstmal strategische Glückwünsche nach Ankara! In diesem neuen Pakt erhöht die Türkei das Risiko vornehmlich für sich selbst, indem es Konflikteingriffe automatisiert, die erstmal weder atomar (Pakistan) noch rein finanziell (Saudi Arabien) ausgetragen werden, und was bleibt da übrig? Die grosse Landarmee der Türkei! Erneute Glückwünsche dafür! Risiko immens, Ertrag fraglich

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