1,2 Millionen bei Papst-Messe in Madrid
Papst Leo XIV. hat in der spanischen Hauptstadt eine Messe unter freiem Himmel zelebriert, an der nach offiziellen Angaben rund 1,2 Millionen Menschen teilgenommen haben. Es war die bisher grösste Menschenmenge bei einer Messe Leos, seit der US-Amerikaner im Mai vergangenen Jahres zum Papst gewählt wurde. Die Polizei musste wegen des Andrangs schliesslich die Zugänge sperren, wie spanische Medien berichteten.

In seiner Predigt stellte Leo die enge Verbindung zwischen Glauben und Alltag heraus: «Jesus bleibt nicht eingeschlossen im Tempel, sondern kommt uns entgegen. Jesus geht durch die Strassen, überquert die Plätze, besucht unsere Stadtviertel und wohnt an den Orten unseres alltäglichen Lebens», sagte er auf der Plaza de Cibeles im Zentrum der Hauptstadt.
Bereits im Vorfeld hatten sich knapp 400.000 Menschen aus dem In- und Ausland für die Teilnahme registriert. Da eine Anmeldung jedoch nicht verpflichtend war, kamen auch viele Menschen spontan zu der Messe. Anwesend waren unter anderem Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, König Felipe VI., Königin Letizia, Kronprinzessin Leonor und weitere Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft.
Das Oberhaupt von rund 1,4 Milliarden Katholiken sagte, der Glaube dürfe nicht privat bleiben, sondern müsse auch im Alltag und in der Gesellschaft sichtbar werden. Zugleich hob der Pontifex die soziale Dimension hervor: Christus identifiziere sich «mit den Armen, den Niedergeschlagenen, den Einsamen und den Verlassenen».
Die Eucharistiefeier fand auf einem eigens errichteten Altar mit einer Fläche von rund 600 Quadratmetern statt. Über dem Zentrum des Altars hing eine monumentale Christusfigur, eine Nachbildung des Christusbildes der Schwestern von Bethlehem. Zusammen mit anderen Geistlichen und Ehrengästen befanden sich nach Angaben der Organisatoren etwa 5.000 Personen im unmittelbaren Bereich um den Altar. Die Messe wurde über 42 Grossbildschirme auch in die umliegenden Strassen der Stadt übertragen.
Nach der Messe stand eine Prozession entlang der Madrider Achse Recoletos–Alcalá auf dem Programm. Nach Angaben der Organisatoren sollte der Papst am Sonntag mit dem Papamobil nahezu alle Besucherbereiche durchfahren.
Am Nachmittag wollte Leo XIV. am zweiten Tag seines Besuches in Spanien in der Madrider Movistar-Arena-Halle an einer Veranstaltung mit Vertretern aus Kultur, Kunst, Wirtschaft und Sport teilnehmen und dort eine Ansprache halten. Den Abschluss des Tages sollte ein Abendessen in der Residenz des Madrider Erzbischofs, Kardinal José Cobo Cano, bilden.














