Zoo Zürich tötet zehn überzählige Dscheladas

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Zürich,

Im Semien-Gebirge des Zoos Zürich wird es stiller. Weil kein Platz mehr war, wurden zehn gesunde Dscheladas getötet – ein trauriger, aber laut dem Zoo nötiger Schritt.

Der Zoo Zürich hat zehn Dscheladas getötet, weil die Gruppe zu gross wurde. (Archivbild)
Der Zoo Zürich hat zehn Dscheladas getötet, weil die Gruppe zu gross wurde. (Archivbild) - KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Im Semien-Gebirge des Zoo Zürich ist es in diesen Tagen merklich stiller geworden. Zehn Dscheladas unterschiedlichen Alters wurden letzte Woche aus ihrem Clan genommen und getötet, wie der Zoo am Montag mitteilte.

Dscheladas sind sehr soziale Tiere. Ihr Leben ist geprägt von komplexen Hierarchien und einem tiefen Zusammenhalt innerhalb ihrer Harems. Doch genau diese Vitalität wurde ihnen zum Verhängnis. Der Clan im Zoo Zürich war auf 48 Individuen angewachsen – eine Grösse, die in der begrenzten Welt hinter den Zäunen zu Spannungen führte. Wo früher Harmonie herrschte, gab es zuletzt immer öfter heftige Auseinandersetzungen. Die Gruppendynamik kippte, der Stress für das einzelne Tier wurde zur Dauerbelastung.

Im Herbst konnten noch Tiere vermittelt werden

Der Zoo stand vor einer schwierigen Aufgabe. «Artenmanagement» nennt sich das fachsprachlich, doch dahinter verbirgt sich ein Dilemma. Der Zoo suchte nach einem neuen Zuhause für die Affen in anderen europäischen Zoos. Die Türen blieben jedoch geschlossen. Während im Herbst noch sechs Tiere umziehen konnten, fand sich für die nun getöteten zehn Dscheladas kein einziger Platz.

Nach reiflicher Überlegung wählte der Zoo jene Affen aus, die für das langfristige Überleben der gesamten Population am wenigsten «entscheidend» waren – eine kühle Rechnung. Die Tiere wurden betäubt und sanft eingeschläfert. Ihr Tod soll jedoch nicht ganz umsonst gewesen sein: Ihre Körper wurden der Forschung übergeben, damit Wissenschaftler mehr über diese bedrohte Art aus dem äthiopischen Hochland lernen können.

Laut dem Zoo sind solche Tötungen im Artenmanagement manchmal unumgänglich. Um die Art als Ganzes zu retten und gesunde Bestände zu sichern, müsse manchmal das Leben Einzelner geopfert werden. Der Zoo informiert jeweils monatlich auf seine Website darüber.

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Kommentare

User #5099 (nicht angemeldet)

Sterilisieren Fremdwort??

User #2205 (nicht angemeldet)

Die Löwen wirds freuen.

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