Wegen Trockenheit: Schweiz hat Wasserzoff mit Italien und Frankreich

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Locarno,

Der Lago Maggiore steht kurz vor einem historischen Tiefstand. Im Piemont wächst der Ärger, weil Bauern Wasser brauchen.

Lago Maggiore
Im Tessin sinkt der Wasserstand des Lago Maggiore seit Beginn des Sommers gefährlich und nähert sich nun seinem historischen Tiefststand aus dem letzten Jahrhundert. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Tessin lässt wegen Trockenheit weniger Wasser nach Italien abfliessen als üblich.
  • Im Piemont sorgt das für Ärger, weil Bauern Bewässerungswasser brauchen.
  • Der Bund arbeitet mit dem Tessin und Italien an Grundlagen für ein Abkommen.

Der Lago Maggiore steht kurz vor einem historischen Tiefstand. Wegen der anhaltenden Trockenheit lässt das Tessin seit Wochen weniger Wasser Richtung Italien abfliessen.

Das sorgt im Piemont für Unmut, weil die Landwirtschaft in der Po-Ebene auf das Wasser zur Bewässerung angewiesen ist.

Piemont fordert mehr Wasser aus dem Tessin

Die Region Piemont fordert deshalb mehr Wasser aus Tessiner Stauseen, wie SRF berichtet. Doch der Kanton kann und will derzeit nicht helfen.

Denn: Auch im Tessin ist es trocken, die Stauseen sind nur schwach gefüllt und sie gehören privaten Betreibern. Der Konflikt zeigt, wie umkämpft Wasser in Trockenzeiten geworden ist.

Klaus Lanz, Leiter des Instituts «international water affairs», warnt vor zunehmenden Verteilungskonflikten, wenn weniger Wasser aus den Bergen abfliesst.

Der Bund arbeitet deshalb mit dem Tessin und den italienischen Behörden an Grundlagen für ein Abkommen. Es soll künftige Konflikte bei Wasserknappheit und extremem Hochwasser verhindern.

Abkommen brauchen viele Jahre

Ähnliche Verhandlungen laufen auch für den Doubs zwischen der Schweiz und Frankreich.

Macht dir die anhaltende Trockenheit Sorgen?

Solche Verträge brauchen jedoch Zeit. Abkommen mit Frankreich zum Genfersee und zur Rhone kamen erst nach rund zehn Jahren zustande.

Lanz fordert, die Schweiz müsse stärker darauf drängen, dass in Italien und Frankreich weniger Wasser verloren geht. Es sei nicht sinnvoll, Wasser aus der Schweiz abfliessen zu lassen, wenn es danach in Kanälen oder ineffizienten Bewässerungen versickere.

Kommentare

User #7194 (nicht angemeldet)

Die maroden Bewässerungssysteme in Italien sind das Problem. Es wird viel zu viel Wasser vergeudet.

User #2143 (nicht angemeldet)

Also ab sofort, kaufen wir Schweizer keine Tomaten und Gemüse mehr aus Italien und im speziellen kaufen wir keine Tomaten mehr im Winter, dann haben die Italiener genügend Wasser für ihre eigenen Tomaten und ihr eigenes Gemüse.

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