«Hätte anrufen können» - Lawrow fand Wadephul-Treffen überflüssig
Lawrow winkt ab: Nach dem Treffen mit Wadephul sieht Russlands Aussenminister keinen Fortschritt.

Das Wichtigste in Kürze
- Lawrow sagt, das Gespräch mit Wadephul habe nichts Neues gebracht.
- Wadephul forderte Russland zur Deeskalation auf und bekräftigte Deutschlands Unterstützung für die Ukraine.
- Lawrow wirft Wadephul vor, Russland habe für das Treffen Zugeständnisse zur Ukraine und zum Schwarzen Meer erwartet.
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow sieht keinerlei Fortschritte durch das Gespräch mit Bundesaussenminister Johann Wadephul.
«Wenn man Berlins tägliche öffentliche Äusserungen betrachtet, habe ich nichts anderes gehört», sagte Lawrow auf eine Frage der Deutschen Presse-Agentur in New York.

Er habe dem deutschen Aussenminister gesagt: «Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können «Lesen Sie meine Erklärung».«
Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben sich die Aussenminister Deutschlands und Russlands getroffen. Die Unterredung fand in New York am Rande der UN-Vollversammlung statt.
Aufforderung zur Deeskalation
Wadephul habe Russland zur Deeskalation aufgefordert, hiess es aus deutschen Delegationskreisen. Er habe betont, Vorfälle wie der Anschlagsversuch in Leipzig Anfang August oder weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der angegriffenen Ukraine nicht erschüttern.
Deutschland habe das Treffen am Vortag in «letzter Minute» angefragt, sagte Lawrow. Nach Ansicht des russischen Ministers entstand im Gespräch mit dem deutschen Aussenminister «der Eindruck, dass eine solche unterschwellige Botschaft mitschwang: Ich bin zu Ihnen gekommen, ich habe mich zu Ihnen herabgelassen».
Er habe dabei den Eindruck gewonnen, Wadephul habe von Russland im Gegenzug für das Gespräch Zugeständnisse in der Ukraine und bei der Schifffahrt im Schwarzen Meer erwartet.












