Schweizer baute Botschaft in Moskau – jetzt sitzt er im Knast

    Andrea Schüpbach
    Andrea Schüpbach

    Locarno,

    Ein Schweizer Unternehmer baute die Botschaft in Moskau. Er zahlte die Handwerker vor Ort nicht. Nun sitzt der mutmassliche Betrüger hinter Gittern.

    Schweizer Botschaft Moskau
    Das Schweizer Radio und Fernsehen begleitete den Bauunternehmer, der jetzt hinter Gittern sitzt, zu früherer Zeit in einer Reportage. - SRF Screenshot

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Schweizer Bauunternehmer sorgt in Russland und im Tessin für rote Köpfe.
    • Er bekam den Auftrag, die Schweizer Botschaft in Moskau zu bauen.
    • Handwerker vor Ort bezahlte er nicht. Genauso machte er es danach im Tessin.

    Anstossen mit Champagner, die Aussenminister Sergej Lawrow und Ignazio Cassis weihen die Schweizer Botschaft in Moskau ein. Es sind freudige Bilder aus dem Juni 2019.

    Doch schon bald wird die Stimmung getrübt, wie die SRF-Sendung «10 vor 10» berichtet.

    Das Auftrags-Volumen des Baus betrug 25 Millionen Franken. Ein Schweizer Unternehmer bekam den Zuschlag. Seit letztem September sitzt dieser nun im Gefängnis.

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Betrugs, Geldwäscherei und ungetreuer Geschäftsführung im Tessin. In Russland und der Schweiz soll er Schulden in Millionenhöhe angehäuft haben.

    Handwerks-Firmen (aus Russland und der Schweiz) klagen gegen ihn, weil er die Rechnungen nicht bezahlt habe.

    Die Schweiz zahlte schliesslich die Rechnungen

    Dokumente des Schiedsgerichts Moskau belegen demnach: Das Bauunternehmen wird am 3. Dezember 2018 (kurz nach Übergabe des Botschaftbaus) insolvent und geht kurz danach Konkurs. Rechnungen an seine Gläubiger bleiben unbezahlt.

    Warst du schon einmal in Russland?

    Wie Recherchen von «10 vor 10» weiter zeigen, musste die Eidgenossenschaft einspringen.

    Das Bundesamt für Bauten und Logistik teilt mit, dass die Handwerker bezahlt wurden. Die Rechnungen wurden mithilfe einer Bau-Versicherung des General-Unternehmers beglichen.

    Botschafts-Bauer betrügt im Tessin weiter

    Der Botschafts-Bauer zieht 2020 ins Tessin und gründet neue Firmen. Darunter die Umbau Tessin AG. Handwerks-Firmen beeindruckt er mit namhaftem, grossem Kunden-Stamm.

    Ihnen ergeht es am Ende aber nicht anders als jenen in Moskau. Rechnungen bleiben unbezahlt.

    Botschaft
    Wohin das Geld, das eigentlich bei Handwerkern landen sollte, floss? Das wird aktuell ermittelt. - SRF

    Am 9. März 2026 geht die Umbau Tessin AG Konkurs. Bereits zuvor war auch bei anderen seiner Firmen im Graubünden und Tessin Schluss.

    Über ein Dutzend betrogene Firmen sehen ihr Geld nie und haben nun finanzielle Probleme. Vom Botschafts-Betrüger-Unternehmer bleibt ein Schuldenberg in Millionenhöhe zurück.

    Verhafteter Unternehmer hat 3-Millionen-Katamaran

    Wohin das Geld, das den Handwerkern fehlt, hingeflossen ist? Das wird nun ermittelt.

    Betrug
    Der mutmassliche Betrüger ist Miteigentümer eines 3 Millionen Franken schweren Katamarans. - SRF

    Was bekannt ist: Der Unternehmer ist unter anderem auch noch Direktor einer Offshore-Gesellschaft auf den Jungferninseln. Über diese ist der mutmassliche Betrüger Miteigentümer eines 3-Millionen-Katamarans.

    Kommentare

    User #5741 (nicht angemeldet)

    Mafia egal ob russisch, italienisch oder albanisch.

    User #5503 (nicht angemeldet)

    Der Unternehmer ist auch in eine Falle "geraten". - (Der Tiergartenmörder wurde auch filmreif ausgetauscht.)

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