Wasserfallen (SP): «Warum kompliziert, wenn es auch einfach ginge?»
Die Berner SP-Ständerätin Flavia Wasserfallen schreibt in ihrer Kolumne über zu hohe Medikamentenpreise und ein undurchsichtiges Rabattsystem.

9,9 Milliarden – so hoch ist mittlerweile das Preisschild der jährlichen Ausgaben für Medikamente. Das ist ein Viertel aller Kosten im Bereich der obligatorischen Krankenkasse, Tendenz massiv steigend.
Demgegenüber stehen mehrere 100 Millionen Franken an Rabatten und Vorteilen, welche Pharmafirmen Ärztinnen und Ärzte, Apotheken oder Spitälern gewähren, wenn diese bei ihnen einkaufen.
Per Gesetz sind solche Rabatte ok, wenn sie mehrheitlich an die Prämienzahlenden weitergegeben werden. Ein Bericht der eidgenössischen Finanzkontrolle von letzter Woche zeichnet zu diesem Rabattsystem ein dramatisches Bild.

Es herrscht kaum Transparenz über die gewährten Rabatte, das zuständige Bundesamt für Gesundheit nimmt die Aufsicht nicht wirklich wahr und die Rückzahlung der Millionen an die Bevölkerung funktioniert nicht.
Laut war der Aufschrei auf die Veröffentlichung des Berichts: Die einen zeigen mit dem Finger auf die zuständige Bundesrätin und deren Beamten (obwohl sie dem gleichen Amt systematisch Stellen streichen), andere wollen kritische Fragen und Vorstösse im Parlament einreichen.
Krankenkassen und Leistungserbringer weisen jede Verantwortung von sich. Doch nüchtern betrachtet, können zwei Schlüsse aus dieser Situation gezogen werden. Erstens bezahlen wir offensichtlich zu hohe Medikamentenpreise, wenn jährlich mehrere hundert Millionen Rabatte gewährt werden.
Zweitens ist das System der Rabatte mit Weitergabe an die Prämienzahlenden zu kompliziert und die Ressourcen ungenügend.
Was tun? Die Antwort ist einfach: Ein Verbot solcher Rabattsysteme und stattdessen tiefere Medikamentenpreise.
Das wäre ehrlich, transparent und fair. Und dann bräuchte es auch keine Stellen im BAG zur Überwachung dieses komplizierten Systems.







