«Schwarzer Peter»: Chindsgi-Lehrerin angezeigt – jetzt spricht sie

Sina Barnert
Sina Barnert

Goldküste,

Wegen des Kartenspiels «Schwarzer Peter» kommt es an der Zürcher Goldküste zu einer Diskriminierungs-Anzeige gegen eine Kindergartenlehrerin.

Schwarzer Peter Kindergarten
Das Kartenspiel «Schwarzer Peter» sorgt an einem Kindergarten an der Goldküste für Aufregung – und eine Anzeige. - exlibris / keystone / galaxus

Das Wichtigste in Kürze

  • An der Zürcher Goldküste wurde eine Kindergartenlehrerin wegen Diskriminierung angezeigt.
  • Grund dafür: Das Kartenspiel «Schwarzer Peter».
  • Nun wehrt sich die Lehrerin gegen die Rassismus-Vorwürfe.

Wirbel an einer Schule an der Zürcher Goldküste.

Dort ist momentan die Justiz am Werk. Ermittelt wird wegen dem Vorwurf der Diskriminierung und Aufruf zum Hass.

Ausgelöst wurde dies durch ein traditionelles Kartenspiel, welches bereits seit dem 19. Jahrhundert gespielt wird: «Schwarzer Peter».

Klassenassistent fühlt sich durch das Kartenspiel diskriminiert

Dieses Spiel wollte eine Kindergartenlehrerin im Oktober 2024 mit ihrer Klasse spielen, berichtete zuerst die «Weltwoche». Sie beauftragt ihren Klassenassistenten dazu, das Kartenspiel mit den Kindern zu spielen.

Der Klassenassistent kennt die Regeln des Spiels nicht. So erklären ihr die Kinder kurz und knapp: Wer am Ende des Spiels den «Schwarzen Peter» in der Hand hält, hat verloren.

Davon fühlt sich der Klassenassistent diskriminiert, denn er selbst hat eine dunkle Hautfarbe. Er reklamiert erst bei der Schulleitung, ehe er die Kindergartenlehrerin Anfang 2025 anzeigt.

Der Klassenassistent fordert 8000 Franken Schadenersatz. Er sagt bei der Polizei zudem aus, die Lehrerin habe sich während des Spiels auch rassistisch geäussert.

Sie habe einer Schülerin zugeflüstert: «Sei vorsichtig, schwarzer Mann, er könnte aggressiv sein.»

Verfahren wurde eingestellt

Gegen die Rassismus-Vorwürfe wehrt sich die Kindergartenlehrerin nun im «Blick»: «Es war nie meine Absicht, jemanden zu verletzen oder zu diskriminieren.»

Für die gebürtige Deutsche ist die Anzeige gravierend. «Durch die Strafanzeige wurde mein Einbürgerungsverfahren sistiert.» Auch ihr Ruf als Lehrperson habe gelitten.

Kindergarten
Ein Klassenassistent in einem Kindergarten an der Zürcher Goldküste fühlte sich durch das Spiel «Schwarzer Peter» diskriminiert und erstattete Anzeige. - keystone

Mittlerweile wurde das Verfahren gegen die Kindergartenlehrerin eingestellt. Denn: Als er nach der polizeilichen Anzeige eine Aussage bei der Staatsanwaltschaft machen sollte, winkte der Klassenassistent ab.

Er teilt im Frühling 2026 – am Tag vor seiner Einvernahme – mit, er wolle das Verfahren nicht weiterführen. Es bleiben mehrere tausend Franken an Verfahrens- und Anwaltskosten.

Lehrerin hätte sich Gespräch gewünscht

Was die Kindergartenlehrerin stört: Statt einer Anzeige hätte sie sich ein Gespräch gewünscht. Dieses hätten aber weder die Schule noch der Klassenassistent gesucht.

Dem widerspricht dieser im «Blick». Er habe sehr wohl das Gespräch gesucht. Doch das habe nicht geklappt.

Findest du das Kartenspiel «Schwarzer Peter» rassistisch?

Er habe zudem den auf dem Kartenspiel abgebildeten Kaminfeger als dunkelhäutiges Kind wahrgenommen. Aus Datenschutzgründen wolle er jedoch nicht mehr zum Vorfall sagen.

Der Kindergartenlehrerin lässt das eingestellte Verfahren derweil keine Ruhe. Sie hat ihrerseits mehrere Schulverantwortliche wegen Amtsmissbrauch angezeigt. Und sagt: «Ich habe das Gefühl, dass ich meine Sicht nie wirklich darlegen konnte.»

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #5417 (nicht angemeldet)

Das Schweizer Antirassismus-Gesetz (Art. 261bis StGB) wurde in zwei wesentlichen Schritten verschärft und erweitert. 1994 wurde die Norm eingeführt, um Rassismus und Antisemitismus strafrechtlich zu verfolgen. 2020 erfolgte durch eine Volksabstimmung die Erweiterung auf die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, wodurch homophobe und bisexuelle Hetze unter Strafe gestellt wurde. Das heisst es wurde von der Mehrheit der Abstimmer so gewünscht. Jetzt nicht jammern.

User #5764 (nicht angemeldet)

Neulich im Laden fand ich Schwarztee. Sowas von offensiv *schock*

Weiterlesen

schwarze Peter
434 Interaktionen
Rassismus?
Rassimus
«N-Wort»
os kerzers sexismus rassismus
52 Interaktionen
«Nuttig»

MEHR AUS AGGLO ZüRICH

Schlieren
Thalwil
1 Interaktionen
Schlieren