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    Vater der Hornkuh-Initiative fordert vom Bund erneut «ganze Kühe»

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Perrefitte,

    Alles nur leere Versprechen? Armin Capaul, Vater der Hornkuh-Initiative, klopft dem Bund auf die Finger. Wo bleiben die Anreize für «ganze Kühe»?

    Armin Capaul Hornkuh-Initiative
    Der Vater der Hornkuh-Initiative, Armin Capaul, bei einem Interview mit Nau im April 2019. - Nau

    Das Wichtigste in Kürze

    • Honrkuh-Initiant Armin Capaul ist nicht zufrieden mit dem Bund.
    • Er vermisst die versprochenen Massnahmen nach seiner knapp verlorenen Volksabstimmung.
    • In einem offenen Brief liest er dem Bundesamt für Landwirtschaft die Leviten.

    Er hat schon einmal einen offenen Brief ans Bundesamt für Landwirtschaft geschrieben: Armin Capaul, Bio-Rebell und Kopf hinter der Hornkuh-Initiative. Das war vor neun Jahren und der Beginn einer Kampagne, die mit einer Volksabstimmung und über einer Million Ja-Stimmen endete. Vorläufig endete, denn Capaul ist nicht zufrieden.

    Ja, er hat die Abstimmung zur Hornkuh-Initiative mit 45,3 Prozent verloren, aber es wurden Versprechungen gemacht. «Gemacht wurde was?», fragt Capaul das BLW – und dieses sollte sich wohl warm anziehen. Capaul hat einen zweiten offenen Brief geschrieben.

    Hornkuh-Initiative
    So soll es sein, gemäss der Hornkuh-Initiative: Kühe behalten Hörner, Bauer kriegt Förderbeitrag. - zVg

    Holt Armin Capaul jetzt die Fitze raus?

    Auf den Tag neun Jahre später hat Armin Capaul wieder in die Tasten gehauen. «Am Samiklaus- und Schmutzlitag», wie im Briefkopf explizit vermerkt ist. Unter dem Betreff «Kühe und Ziegen mit Hörnern!» liest Capaul dem BLW die Leviten.

    Zu den 45,3 kämen noch 19 Prozent hinzu, die für «ganze Kühe» sind, aber das nicht in der Bundesverfassung wollten. Seit den Wahlen seien auch die Befürworter der Hornkuh-Initiative dank den Gewinnen der Grünen und Grünliberalen gestärkt. «Noch am Abstimmungs-Sonntag wurde versichert, bei diesem Resultat müsse jetzt etwas unternommen werden», betont Capaul. Und das BLW selbst rede ja in seinem Newsletter von der «Achtung von Würde und Wohlbefinden» der Tiere!

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    Armin Capaul ist zurück: Diesmal mit einem Hornkuh-Label für Lebensmittel. - Nau

    Neues Anreizsystem für Hornkühe gefordert

    Die Verärgerung ausgelöst hat bei Armin Capaul das Rundschreiben Nummer 38 von Mitte November. Dort stellt das BLW unter dem Titel «Neues Anreizsystem Tiergesundheit» die Antibiotika-Strategie des Bundes vor. Das Hauptziel: Stärkung der Gesundheit unserer Nutztiere. Und zwar «im Sinne von ‹frei sein von Krankheiten› und ‹Achtung von Würde und Wohlbefinden›», heisst es da.

    «Auf unserer Homepage erklären wir seit neun Jahren, was Würde und Wohlbefinden für die Kuh ist», ruft Capaul aus. «Hornlos gezüchtete, entwürdigte und entstellte Kühe werden kaum ganzheitliche und gesunde Lebensmittel hergeben», weiss Capaul. «Wir erwarten nun vom BLW, dass es ein neues Anreizsystem ‹für horntragende Kühe und Ziegen› einplant.» Nämlich genau so: «Unter der ‹Achtung von Würde und Wohlbefinden›!»

    Jetzt droht Armin Capaul mit Referendum

    Agrarpolitik 2022 AP22+
    Bundesrat Guy Parmelin, rechts, und Adrian Aebi, Vizedirektor Bundesamt für Landwirtschaft, äussern sich zur Agrarpolitik ab 2022: Ergebnis des Vernehmlassungsverfahrens und weiteres Vorgehen, am Mittwoch, 21. August 2019, in Bern. - Keystone

    Das Anreizsystem soll integriert werden in die Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) die BLW und Bundesrat aktuell zuhanden des Parlaments ausarbeiten. Viel Hoffnung macht sich der Bergbauer aus dem Berner Jura offenbar nicht: «Kühe sind anscheinend für das BLW nur noch ein Produktionsfaktor und für den Metzger Rohmaterial!»

    Ein «Anreizsystem», um beim Bund etwas zu erreichen, hat aber auch Capaul. Er verweist im offenen Brief subtil auf seine mediale Schlagkraft. Das BWL könne ja «in den 6'434 Artikeln nachschauen», die über die Hornkuh-Initiative allein in der Deutschschweiz erschienen sind. Und gegenüber Nau kündigt Armin Capaul an: Wenn der Bund nicht spurt, ergreift er das Referendum gegen die AP22+.

    Dazu legt er, nebst dem ersten offenen Brief, noch etwas fürs Heimkino bei: «Beilage 2 = 1 DVD Kuhenthornen». Und verbleibt «mit freundlichen Grüssen» – nicht nur von sich selbst, sondern gleich auch von den 1'145'099 Ja-Stimmenden zur Hornkuh-Initiative. Fett und unterstrichen.

    Armin Capaul, Vater der Hornkuh-Initiative, ist im In- und Ausland gefragt.

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