Umfrage: Knappe Mehrheit lehnt «Keine 10-Mio.-Schweiz»-Initiative ab
Laut einer neuen Umfrage lehnen 47 Prozent der Schweizer die SVP-Initiative «Keine Schweiz mit 10 Millionen!» ab. 8 Prozent sind demnach noch unentschlossen.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut Umfrage würden aktuell 45 % die «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative annehmen.
- Unentschlossene gibt es vor allem noch bei Frauen sowie bei Mitte- und FDP-Anhängern.
- Die Abstimmung zur SVP-Initiative findet am 14. Juni statt.
Eine knappe Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer lehnt laut einer «Tamedia»-Umfrage die SVP-Initiative «Keine Schweiz mit 10 Millionen!» ab.
47 Prozent der Befragten hätten angegeben, sie seien gegen die Vorlage oder eher dagegen. Während 45 Prozent die Initiative der SVP unterstützten oder eher unterstützten.
Der Abstand liege jedoch innerhalb der Fehlermarge. 8 Prozent der Stimmberechtigten seien noch unentschlossen.
Besonders ausgeprägt sei die Unsicherheit bei Frauen mit 11 Prozent gegenüber 4 Prozent bei Männern. Ebenso bei Anhängern der FDP und der Mitte mit jeweils 12 Prozent.
FDP führt Nein-Kampagne an
Dabei führt die FDP die Nein-Kampagne an. Der Anteil der Befürworter bei FDP-Anhängern liegt demnach aktuell bei 42 Prozent.
Gegenüber dem «Tagesanzeiger» erklärt FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann, dass bei einem Ja das Schweizer Gesundheitssystem kollabieren würde. Seine Partei wolle das in den kommenden Wochen deutlich aufzeigen.
Für Mühlemann ist klar: «Die Ablehnung innerhalb der FDP wird damit noch deutlich wachsen.»
Keine Abnahme bei Zustimmungswerten zu erwarten?
Im Normalfall nimmt die Zustimmung für Initiativen laufend ab. Doch beim Thema Zuwanderung sei dies anders, wie Politgeograf Michael Hermann gegenüber der Zeitung erläutert.
Das liege an der wachsenden Problemwahrnehmung. «Je mehr man während eines Abstimmungskampfes über fehlende Wohnungen, Staus, Expats und hohe Zuwanderungszahlen redet, desto intensiver und bedrohender werden diese Phänomene wahrgenommen.»
Die Umfrage sei vom 5. bis 8. März bei 17'788 Personen in der ganzen Schweiz durchgeführt worden.
Bundesrat und Parlament dagegen
Die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz», fordert, dass die ständige Schweizer Wohnbevölkerung ab dem Jahr 2050 nicht oder allenfalls nur wegen des Geburtenüberschusses über die Marke von zehn Millionen Menschen steigt.
Die Abstimmung dazu findet am 14. Juni statt. Der Bundesrat und das Parlament lehnen die Initiative ab.













